ziemlich leer

Du weißt,
ich war heute alleine am Meer.
Es war wie immer voll Wasser.
Der Himmel war wie immer voll Wolken
und der Strand
war wie immer voll Sand.
Nur ich
war ziemlich leer

Auszug aus ” Alleine am Meer ” von Jörn Pfennig

  • mit zunehmender Anzahl von Kilometern beim Laufen am Meer
  • sehe ich
  • höre ich
  • fühle ich intensiver
  • dann ist der Himmel schön
  • auch wenn er voller Wolken ist
  • dann bin ich in einer Phase
  • in der mich kaum etwas aus dem Gleichgewicht bringen
  • nichts stören kann
  • ich werde immer leichter
  • immer zufriedener
  • und das kommt nicht nur mir zugute
  • auch meine unmittelbare Umwelt profitiert davon
  • kennt ihr das
  • wenn ihr zu Hause ankommt
  • und die Welt ist in Ordnung
  • alle düsteren Gedanken
  • alle Sorgen
  • alle Störenfriede
  • auf der Strecke gelassen ?
  • Ein gutes Gefühl
  • das ständig nach Wiederholung schreit
  • und da fragt mich tatsächlich ein rauchender Mann an der Strecke:
  • “ warum machen Sie das ? „
  • Warum wohl ?

mein Laufstil dein Laufstil unser Laufstil

 

  • da ich mich just mit diesem Thema beschäftigt habe
  • hier das aus meiner Sicht passende Video
  • mitten aus dem Läuferleben !

 

kaum zu glauben

  • der Sommer ist da
  • und das im Norden
  • der bekannt ist für kühlere Temperaturen
  • einer der Gründe
  • warum ich besonders gerne hier lebe
  • derzeit ist es alles anders
  • Frühstück am Morgen im Freien
  • es weht ein lauer Wind
  • beim Laufen fließt der Schweiß
  • zum Glück habe ich unterwegs
  • wie in jedem Jahr
  • ausreichende Wasserstellen
  • an denen ich mich erfrischen und trinken kann
  • Wärme bedeutet
  • früh starten
  • und das tue ich
  • verschwinde rasch im noch kühlen Wald
  • um dort erneut festzustellen:
  • es gibt laute und leise Läufer
  • die einen nimmt man fast nicht wahr
  • weil sie leichten Fußes
  • kaum hörbar ihre Kreise ziehen
  • während andere kräftig in die Erde stampfend
  • hechelnd wie eine Schwangere kurz vor der Niederkunft
  • schwer fällig wie ein grober Klotz
  • oder wie eine dampfende Lokomotive an dir vorüberzieht
  • genauso einer begegnet mir heute morgen mitten im Wald
  • auf sonst einsamen Pfaden
  • wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen:
  • ein großer, schwerer Läufer mit weißen Knöpfen im Ohr
  • stampft mir hochroten Kopfes
  • laut hechelnd
  • kräftig mit den Armen im Takt schwenkend entgegen
  • nimmt mich tatsächlich wahr
  • grüßt sogar und klotzt schwer  atmend in die Richtung
  • aus der ich gerade komme
  • schon wenige Minuten später kehrt die gewohnte Stille ein
  • ich laufe im Wald durch kräftiges Grün auf kleinen Trampelpfaden

esgibtläufer3

 

  • hoch über der Ostsee
  • genieße jeden einzelnen Schritt
  • die Ruhe
  • die Sonne
  • das Meer

esgibtläufer2

 

  • den schneeweißen, feinen Sand

esgibtläufer1

 

  • ein grandioser Tag im Mai, blauer Himmel, kaum Wind
  • der Strand noch leer
  • besonders dort
  • wohin man nicht mit dem Auto fahren kann
  • ein Eldorado für alle
  • die sich in dieser Jahreszeit für Meer, Strand
  • klare Luft, Bewegung entscheiden
  • Sommer an der Ostsee
  • wie immer bei solchen Wald- Strandausflügen
  • kehre ich um einiges schwerer nach Hause
  • als ich gestartet bin
  • die Schuhe und Socken voller Sand
  • der es sich zudem zwischen jedem Zeh festsetzt
  • bis ich ihm endgültig unter der erfrischenden Dusche den Garaus mache
  • Mitbringsel der anderen Art
  • an der See nicht vermeidbar
  • und kaum störend
  • wie läufst du
  • laut oder leise ?

 

Läufer und Hund Hund und Läufer

Lange Zeit konnte ich  locker meine Runden laufen, ohne spazierende Hunde-Besitzer – nicht zuletzt zu meinem eigenen Nutzen – freundlich darauf hinzuweisen, dass hier im Ort Leinen-Pflicht angesagt ist, dass ebenso für ihre Lieblinge ausgewiesene Spielplätze – auch am Strand – ausreichend zur Verfügung stehen.

Die letzte mir sehr gut in Erinnerung gebliebene, weniger erfreuliche Begegnung fand im Herbst statt, als ich eine ” Dame ” von weitem schon mit der Hundeleine um den Hals im Visier hatte, und wo Menschen mit Hundeleinen um den Hals drapiert ihr Unwesen treiben, da kann auch der dazu gehörige Vierbeiner garantiert nicht mehr weit sein.

Prompt kam er auch angerannt mit 180 Sachen – direkt auf mich zu  – ein niedlicher, kleiner Pitbull, braun, weiß, kurze, aber äußerst flinke Beine. Zum Nachdenken und Handeln blieb mir keine Zeit, sehr zu meinem Glück flitzte er an mir vorbei direkt in  Mutters Schoß

Erschrocken und verärgert zugleich bat ich sie, höflich: ” Würden Sie bitte Ihren Hund an die Leine nehmen, hier ist Leinen-Pflicht “.

Ihre freche Antwort machte mich sprachlos (und das kommt selten vor !): ” Sie laufen ja auch nicht an der Leine “.

Schnee von gestern.

Heute am Strand – schon von weitem entdecke ich zwei Hunde – eine schwarze, kleine Promenadenmischung und einen langhaarigen, blonden Retriever spielend, natürlich nicht am Hundestrand, die Besitzerinnen erfreuen sich sichtlich, wie niedlich die Lieblinge freundlich mit einander im Sand herumtollen – ich mich eigentlich auch,  haben sie dann sicherlich kein Auge für nackte Läufer-Beine. Bewusst laufe ich sehr leise wie auf Minen tretend, einige Meter oberhalb des Geschehens, der große Blonde jedoch hat gerade ausgespielt, sucht nach neuen Spiel-Kameraden – nach mir !

Rennt zügig auf mich zu, springt freudig an mir hoch (ich hasse es, von fremden Hunden angesprungen zu werden), Frauchen ruft, gestikuliert und pfeift vergeblich nach ihrem überhaupt nicht erzogenen Hund. Ich bin sauer, nicht auf den Hund, sondern auf sie, die Besitzerin, schreie ihn in Notwehr energisch und sehr bestimmt mit lauter Stimme an. Das große blonde Wollknäuel lässt von mir ab, bleibt vor mir stehen, glotzt mich treudoof an – ich will doch nur spielen  – schielt  nach Frauchen, gibt auf und verzieht sich langsam schleichend mit gesenktem Blick.

Klar, er will mit mir spielen, aber ich nicht, aber das kann das Tier nicht wissen, die Hundebesitzer schon.

  • Warum haben Hundebesitzer ihre Tiere nicht im Griff ???
  • Meist erkenne ich schon von weitem
  • wer seinen Vierbeiner erzogen hat oder nicht

Zum Glück sind solche unerwarteten, schreckhaften Begegnungen selten, und gut erzogene, brave Hunde, die mir regelmäßig begegnen, kennen die blonde Läuferin mit der Sonnenbrille und wissen genau, dass es bei ihr immer was zu holen gibt, wie mein bester Freund Kino.

Krass

Krasse Kontraste !

Noch gestern lief ich bei strahlendem Sonnenschein, bei höchster Brandstufen Gefahr vor Ort, alles trocken, zu trocken.

Heute das absolute Gegenteil. Noch ist es trocken, als ich die Haustür schließe, doch schon an der nächsten Ecke lassen stockdunkle Wolken keine Zweifel offen, was in den nächsten Minuten auf mich zukommen wird.

krass1

Krass –

Hagel, Sturm, strömender Regen, das volle Programm – und ich mittendrin, da bleibt nichts trocken. Nasse Füße, nasse Beine, alleine  der Oberkörper hat eine winzige Chance, eine Zeit lang verschont zu bleiben.

Es läuft mich, der Hagel prasselt auf meine Kapuze, die Beine sind schnell, der Wind pfeift, das Meer aktiv und laut wie selten, krass2es gießt in Strömen, dazu Blitz und Donner – wieder Hagel. Die Hände sind eiskalt und nass, aber die unbändige Lust am Laufen, die Leere – das laut tobende Meer – weit und breit kein einziger Mensch – verleihen mir unsichtbare Flügel.

  • Was ist das nur für eine Sorte Mensch
  • die bei strömendem Regen, vermeintlich richtig schlechtem Wetter
  • klitschnass
  • mit eisigen Händen
  • Wasser in den Schuhen
  • grenzenlose Freude unter solchen Bedingungen haben kann ?
  • Das macht Laufen für mich aus
  • bei jedem Wetter mit Freude und Genuss einen Fuß vor den anderen zu setzen
  • so wie heute
  • das nimmt uns keiner
  • tut so gut
  • auch wenn es keiner versteht
  • nur wir Läufer

kennst du

  • diese Tage
  • an denen einfach alles stimmt
  • an denen du die ganze Welt umarmen möchtest
  • Hochstimmung
  • die Sonne scheint seit gefühlten Wochen
  • im Herzen
  • am Himmel sowieso
  • höchste Waldbrandstufe im Norden
  • wegen andauernder Trockenheit
  • die Beine laufen unerwartet schnell wie selten
  • gestern war das noch anders

kennstdu1

  • der Puls lässt dich ganz ruhig atmen
  • jeder Schritt wird zum Fest
  • du läufst gleichmäßig
  • möchtest nie mehr aufhören
  • läufst leicht wie eine Feder
kennstdu2
für dich, liebe Anne
  • euphorisch
  • voller Energie
  • und Freude
  • wie man nach 37 Jahren Laufens
  • immer noch so viel davon haben kann
  • und das Gefühl hat
  • fast nicht zu altern  ?
  • So ein Tag ist heute
  • er macht mich dankbar
  • und rundum zufrieden
  • Laufen macht es leicht
  • zufrieden zu sein
  • bitte mehr davon

 

Mitbringsel der anderen Art

  • im Winter sind es oft genug die Schuhe
  • die zu Hause gründliche Auskunft über gelaufene Wege geben
  • schwer entfernbare Schmutzklumpen unter den Sohlen
  • Nässe
  • Mitbringsel aus Wald, Wiesen, Sand und Meer
  • in der jetzigen Jahreszeit erweitert sich das Sammelsurium
  • allerdings ein, zwei “ Stockwerke “ höher
  • sind es kleine, lästige Fliegen
  • die keine Transportprobleme haben
  • setzen sie sich rüttelfest auf meiner verschwitzten Haut fest
  • die Augen sind zum Glück wohlweislich stets geschützt
  • kommt man dann
  • wie in diesen Tagen
  • Schweiß genässt nach Hause
  • lässt ganz schnell die wenigen Hüllen fallen
  • fällt sehr zu meiner Verwunderung
  • same procedure as every year
  • der eine oder andere Käfer aus meiner Hose
  • oder sonstwo her
  • heute bitte sehr ein besonders großer Ohrenkäfer
  • nicht gerade eines der Tiere
  • die mir ganz besonders ans Herz gewachsen sind
  • spaziert dann völlig intakt und ungeniert in meiner schmutzigen Wäsche herum
  • noch unangenehmer
  • wenn es unterwegs juckt und pikt
  • man sucht und findet den unangemeldeten Besucher nicht
  • brauchen wir das ?
  • Unerwünschte Mitbringsel im Sommer
  • kennt ihr das ?