gefallen und wieder auf(er)gestanden

  • könnte man sagen
  • gestürzt bin ich schon oft genug
  • habe daraus gelernt
  • laufe meist sehr aufmerksam
  • konzentriert
  • hebe die Beine hoch
  • um heftige Stürze wie in der Vergangenheit
  • zu vermeiden

sturz1

  • dabei fing alles so schön an
  • ein langer Lauf entlang des Wassers
  • der Strand ungewöhnlich schmal
  • ganz alleine
  • mitten in der Saison
  • man muss nur weit genug laufen
  • alles ideal
  • Traumwetter
  • es läuft
  • lange ist es mir gelungen
  • Stürze zu vermeiden
  • heute reitet mich der Teufel
  • aus heiterem Himmel
  • kurz vor der Haustür
  • haut es mich nieder
  • nein
  • ich kann mich nicht mehr mit den Händen abstützen
  • lande flach auf dem Bauch
  • auf dem Gesicht
  • auf dem Kinn
  • beiße mir dabei kräftig in die Unterlippe
  • die Nase darf auch daran glauben
  • alles blutet
  • schon während des Sturzes fluche ich
  • verdammt
  • wie konnte das nur passieren
  • hoffentlich bleiben die Zähne heil
  • verharre sekundenlang auf dem Boden
  • 1, 71 m komplett flach gelegt
  • horche in mich hinein
  • was ist alles kaputt ?
  • Eine hilfreiche, sehr liebe Nachbarin
  • eilt herbei mit Desinfektionsmitteln
  • verarztet mich sitzend auf der Straße

sturz

 

  • schön
  • dass es noch solche Menschen gibt
  • dann stehe ich auf
  • alles blutet
  • das Kinn ist dick
  • die Nase auch
  • die Lippe innen ist offen
  • die Knie bluten
  • ebenso die Handflächen
  • Schönheit ade
  • alles in allem noch gut davon gekommen
  • die Frage nach dem Morgen
  • ist beantwortet:
  • Dracula lässt grüßen
  • Kinn dick und bunt
  • Nase knallrot
  • Knie nässen
  • Genickstarre
  • aber sonst…………….
  • dabei wollte ich nie mehr
  • nie mehr stürzen

Tipps für laufende Ostsee-Urlauber

  • wenn du an der Ostsee Urlaub machst
  • während der Ferienzeit als Läufer ungetrübte Freude haben möchtest
  • nicht bereit bist
  • dich durch Massen freizuschaufeln
  • empfiehlt es sich
  • in den frühen Morgenstunden
  • wenn alles schläft
  • oder beim Bäcker in der Schlange steht
  • um dann genüsslich das Frühstück in aller Ruhe stressfrei einzunehmen
  • die Laufschuhe zu schnüren
  • die Gunst des angebrochenen Tages zu nutzen
  • freie Pisten vorzufinden
  • dort wo kurze Zeit später ungetrübtes Vorwärtskommen kaum möglich ist
  • dann macht Laufen richtig Spaß
  • oder setze dich mit Insidern in Verbindung
  • dann bist du auf der sicheren Seite
  • und wenn bald danach alles
  • was Beine hat
  • mit Sack und Pack in Richtung Strand zieht
  • stehst du in der Dusche
  • stellst zufrieden fest:
  • alles richtig gemacht
  • genauso wie wir beide

tipps1

 

  • Abschiedslauf mit Karina
  • Hose an Hose

karina

  • auf leeren Pisten
  • erholend
  • angenehm
  • ruhig
  • genussvoll

inspiriert

von der Olympiade in Rio, vom begeisterten Verfolgen der Lauf- und anderer sportlicher Wettbewerbe mache ich mich heute morgen auf den Weg.

Irgendwie fühlst du dich mit Usain Bolt und allen anderen Läufern verbunden, siehst in Gedanken gazellenartige, junge Sportler auf der Bahn. Eine Augenweide, Läufern zuzusehen, wenngleich Usain Bolt mein absoluter Favorit hinsichtlich Eleganz, Sportlichkeit, Schnelligkeit und absoluter Sympathie-Träger ist.

Schon als Kind bewunderte ich Sportler, wenn sie geraden Hauptes, durchtrainiert in für mich faszinierender  Sportkleidung und Sportschuhen ans Werk gingen, schon während der Schulzeit Grund genug, ihnen nachzueifern, wenngleich ich kläglich an kurzen Distanzen scheiterte. Nein, die Schnelligkeit war mir nicht in die Wiege gelegt worden. Viele Jahre später erst sollte ich den Weg finden, den ich dann kontinuierlich bis zum heutigen Tage verfolge, langes, sehr langes Laufen das ist mein Leben !

Zurück zur Gegenwart,  die Sonne lacht, der Himmel ist blau, mit vielen Schäfchen-Wolken bestückt, ein sanfter Wind aus West weht mir frisch und frech ins Gesicht, schlichtweg Traumwetter, schön warm. Leicht, locker, ohne Anstrengung laufe ich ans Meer, das mir im tiefen Dunkelblau zu Füßen liegt,  Tag für Tag und immer wieder ist dieser Anblick der schönste Moment – niemals langweilig.

Heute ein paar Meter am Strand, der leider im Sommer wegen des sehr weichen Sandes und der Schräge am Ufer nicht besonders gut belaufbar ist, für die Seele jedoch Balsam:

inspiriert1

  • Freiheit,
  • azurblaues Meer
  • Wellen
  • Horizont
  • Sonne
  • Wind

Ein fantastischer Tag zum Laufen, Bilderbuch-Wetter mit allen Vorteilen, wie man es sich  nur wünschen kann, ein Schlenker-Tag, viele müssen daran glauben. Dann meldet sich der Durst, der sogleich mit kühlem, erfrischenden Nass an diesem und jenem Wasserhahn an der Strecke gestillt werden kann,

  • es geht mir gut
  • ich genieße in vollen Zügen
  • bin dankbar
  • zufrieden
  • wieder stressfrei

Beg(k)leit(d)ung

  • dieses Mal treffe ich Karina
  • wie so oft
  • man trifft sich
  • man bloggt
  • logisch
  • man läuft
  • man kennt sich aus dem Netz
  • ist ja nichts Neues
  • trauen sich auch Läufer aus anderen Bundesländern an die Ostsee
  • und wie so oft
  • Ferienzeit
  • Saison
  • schönes Wetter ist bestellt
  • der Norden zeigt sich von der besten Seite
  • sowieso
  • der erste Blick schon von weitem nicht in die Augen
  • nein auf die Hosen

besuch

  • warum nur ?
  • Weil wir beide
  • was für ein Zufall
  • das gleiche Modell tragen
  • wir sind uns einig
  • unser Material !
  • Berührungsängste
  • was ist das ?
  • Man kennt sich
  • wenn auch bisher nur virtuell
  • wir laufen in unserem Tempo
  • angenehm
  • führe Karina an ruhigere Plätze
  • zur Erinnerung noch ein Foto auf der Seebrücke
  • kurzweilig
  • nett
  • macht immer wieder Spaß mit Gleichgesinnten
  • und an Gesprächsstoff mangelt es nie
  • warum wohl ?
  • Eventuelle Wiederholung nicht ausgeschlossen !
  • YES !

so isses

  • früher war ich nur Urlauber
  • bei anderen zu GAST
  • heute wohne ich mit Urlaubern
  • fast über das ganze Jahr hinweg lässt es sich gut leben
  • miteinander – füreinander
  • so mutiere ich gerne zu Mutter Teresa
  • wann immer ich gebraucht werde
  • in Sachen : “ Wo geht es bitte zum Meer ? „
  • oder “ Gibt es hier ein Hallenbad  ? „
  • oder  “ Wo ist der Aldi ? „
  • oder “  Wie komme ich von A nach Z ? „
  • Nette Kontakte ergeben sich nicht nur beim Laufen
  • z.B. mit Bewohnern des Mutter-Kind-Heimes
  • wo ich erfahre
  • dass man hier gut versorgt wie im 4-Sterne-Hotel leben kann
  • in der Saison jedoch ändert sich das Bild
  • da gibt es die ruhigen, kaum hörbaren
  • sehr freundlichen und kontaktfreudigen Erholungssuchenden
  • oder die lauten, betrunkenen
  • grölend durch den Ort in Richtung Strand Ziehenden immer und überall Auffallenden
  • unverbesserliche Vandalen
  • die alles mutwillig zerstören
  • was nicht niet- und nagelfest ist
  • die während der Saison fleißig und regelmäßig dafür sorgen
  • dass Supermärkte (so sie Glück haben) ihre  Einkaufswägen in Bächen

soisses1

  • im Wald oder an sonst unmöglichen Stellen völlig demoliert wiederfinden
  • wir erleben täglich die “  sauberen “ Mitbürger und Mitbürgerinnen
  • die nach Abschluss jeden Urlaubstages garantiert dafür Sorge tragen
  • dass der Strand mit Müll übersät ist
  • tausende von gerauchten Kippen dem Betrachter ein buntes Bild in feinem, weißem Sand bieten
  • das “ Gold des Strandes „
  • da macht Einkaufen erst richtig Spaß
  • wenn stark transpirierende halb Nackte die Supermärkte überfluten
  • in schwer zu verstehenden Dialekten laut von der Kasse bis zur Fleischtheke nach Mutti kreischen
  • da gibt es Camper
  • die vor ihren Zelten an den Stühlen kleben und immer noch sitzen
  • wenn ich am nächsten Tag wieder vorbei laufe
  • und da gib es die Unterhemden-Feinripp-Träger
  • immer und überall anzutreffen
  • am Strand
  • im Supermarkt
  • auf den Straßen und in den Gassen
  • darunter die ultraweißen, frisch gewaschen, gebleichten, nach Weichspüler duftenden
  • die vergilbten
  • oder die völlig aus der Fasson gekommenen, lappigen Teile
  • die sich für den Betrachter bei den Trägern wie um eine in die Jahre gekommene Fahnenstange winden 
  • wären da nicht die lang gewachsenen herausragenden Achselhaare
  • die  den gerade gewonnenen ohnehin abstoßenden Anblick noch toppen
  • Leben in einem Urlaubsort wird nie langweilig
  • weder in 
  • noch außerhalb der Saison
  • sag‘ ich doch

heraus gekramt aus meinem Archiv

  •  immer aktuell:

“Wenn sie eine Kuh sind, werden sie es niemals schaffen, sich in ein Pferd
zu verwandeln, selbst mit einem guten Psychiater (oder mit einem
ausgefeilten Trainingsplan) nicht. Und es wäre besser, sie fänden einen
hübsche Weide an einem Fleck, wo man Milch braucht, anstatt immerfort zu
versuchen auf der Pferderennbahn herumzugallopieren. …”
” Und vor allem sollten sie keine Stierkampfarena betreten, denn so etwas ist immer eine Katastrophe!”

aus Hector und die Entdeckung der Zeit (François Lelord und Ralf Pannowitsch)

  • lerne laufen durch laufen
  • verlange nicht zu viel zu schnell von dir
  • gib deinem Körper ausreichend Zeit
  • sich zu gewöhnen
  • Zeit zur Erholung
  • richte dich nicht nach anderen
  • und lass dich nicht treiben
  • sei realistisch
  • habe keinen falschen Ehrgeiz
  • nicht jeder kann Weltmeister werden
  • höre auf die Signale des Körpers
  • pausiere
  • wenn er es verlangt
  • lass dir Zeit
  • baue dir ein solides Fundament auf
  • laufe regelmäßig das ganze Jahr über
  • fürchte die kalten Jahreszeiten nicht
  • nicht den Wind
  • nicht das Eis
  • nicht den Regen
  • nicht den Schnee
  • trage nicht zu viel am Körper
  • kaufe dir lieber ein gutes Teil
  • als 3 minderwertige
  • finde deinen eigenen Rhythmus
  • höre auf deine Schritte
  • laufe leise
  • laufe gerade
  • rudere nicht mit den Armen
  • setze mit dem Vor- oder Mittelfuß auf
  • ernähre dich ausgewogen
  • trinke viel
  • pflege deine Füße
  • sie danken es dir
  • laufe mit allen Sinnen
  • empfinde Laufen als Freude
  • nicht als Pflicht
  • gib nicht gleich auf
  • wenn du meinst
  • es geht nicht mehr
  • beiße dich durch
  • kämpfe
  • es geht immer weiter
  • auch wenn es oft nicht so erscheint
  • steige nicht aus einem Lauf aus
  • weil dein Körper vorübergehend nein sagt
  • ernsthafte Verletzungen natürlich ausgenommen
  • du weißt
  • du kannst
  • wenn du willst
  • denn du hast im Normalfall lange genug geübt
  • du wächst mit jedem bestandenen Lauf
  • das macht zufrieden
  • das motiviert
  • das ändert deine Lebenseinstellung
  • macht dich stark
  • und du wirst nie mehr mit dem Laufen aufhören wollen

ich hab‘ ne Schwäche

  • für coole Laufklamotten
  • mal ganz abgesehen von Laufschuhen
  • die hautnah sitzen
  • die mich optimal schützen
  • die mir gut stehen
  • ruhig mal fetzige Farben haben dürfen
  • so “ blättere “ ich bei meinen Favoriten im Netz
  • und werde erwartungsgemäß fündig
  • schließlich naht der Herbst
  • ja
  • ich habe  genug zum Anziehen
  • auch zum  Laufen
  • wenn da nicht der Reiz des neuen
  • des noch besseren Materials wäre
  • und mit einem Klick bin ich dabei
  • wie war das früher eigentlich ?
  • Nicht dass der Eindruck entsteht
  • ich würde nicht gerne hiesige Händler vor Ort unterstützen
  • täte ich auch
  • gäbe es entsprechende Angebote
  • leider nicht
  • kaum bestellt
  • schon klingelt der freundliche Mann von der Post
  • mein ♥ schlägt erwartungsgemäß höher
  • ein tolles Teil
  • das mir in der kühleren Zeit gute Dienste leisten wird
  • in dem ich mich wohlfühle
  • mutig in grellstem Gelb
  • mit einem langen Reißverschluss
  • mit Ärmeln
  • die man bei Bedarf über die Hände ziehen kann
  • mit einer kleinen seitlichen Tasche
  • perfekt
  • wie ergeht es euch
  • ab und an Neues
  • oder seid ihr mit dem zufrieden
  • was ihr habt ?
  • Leider hält sich das gute Material erfahrungsgemäß über sehr lange Zeit
  • so dass ich hin und wieder ausmiste
  • die gut erhaltenen Teile an Freundinnen weiterreiche
  • um neuem Material Platz zu schaffen

hin und wieder schon

  • dass ich nicht den Weg zur Barfußläuferin
  • auf jeder Art von Boden finden werde
  • habe ich schon gesagt
  • dass ich es mir hin und wieder gönne
  • barfuß unterwegs zu sein
  • dort
  • wo es am leichtesten
  • am schönsten
  • am angenehmsten ist
  • schließe ich nicht aus
  • im Gegenteil
  • ich nutze jede Gelegenheit
  • das Problem liegt nicht zuletzt darin
  • dass ich auf dem Weg zum Strand
  • über Asphalt und steinige Wege
  • nicht auf Schuhe verzichten möchte
  • um mich dann an Ort und Stelle ihrer zu entledigen
  • aber wohin damit
  • einfach am Strand liegen lassen ?
  • Geht nicht
  • mit mir herum schleppen ?
  • Möchte ich nicht
  • heute aber bietet sich die Möglichkeit
  • für betreutes Schuhwerk

gehtdoch2

  • die ich liebend gerne nutze
  • und zwar ausreichend
  • ein wahrer Genuss
  • direkt am Wasser
  • im festen Sand
  • nasse Füße zu bekommen
  • danach
  • gut aufgewärmt
  • ein todesmutiger Sprung ins kalte Nass

alleine4

  • schlappe 20 Grad
  • umwerfende Wellen
  • im wahrsten Sinne des Wortes
  • herrlich erfrischend und einfach nur schön
  • Laufen der besonderen Art
  • und ja
  • ich verstehe Barfußläufer immer mehr am Meer
  • schönes
  • leichtes
  • tolles
  • befreiendes Gefühl
  • schon probiert ?

nicht nur der Körper

verlangt, gefordert zu werden, auch der Geist schreit nach Herausforderungen, denen wohl jeder im Laufes seines Berufslebens mehr oder weniger gerecht wird.  Aber auch im privaten Bereich lockt das eine oder andere Neue, ganz besonders in der heutigen vernetzten Zeit.

So übte auf mich, eine eigene Homepage zu erstellen, wie ich sie oft genug im Internet von anderen gesehen hatte, einen ungeheuren Reiz aus, dem ich im Jahre 2002 nicht mehr widerstehen konnte. Ohne nur die geringste Ahnung davon zu haben, was auf mich zukommt, begann ich mich an die Arbeit zu machen. Heutzutage ist es ein Leichtes, mit vorgefertigtem Material in kürzester Zeit eine passende Homepage zu erstellen, das war im Jahre 2002 mangels Vorlagen schier unmöglich. So musste ich mir in nächtelanger Kleinarbeit mühsam Teil für Teil zusammensuchen, verzweifelte oft genug an meinem Unwissen, um dann schließlich doch für meine Ausdauer (Ausdauer, da war doch was  ! ) belohnt zu werden, stolz präsentierte ich meine Homepage im Netz unter dem Namen: Laufspuren.de.

Christian, du  wirst  dich vielleicht erinnern können, hattest auch du zu diesem Zeitpunkt deine private Homepage im Netz veröffentlicht.

Ganz umsonst war die Chose nicht, monatliche Kosten entstanden für die Webspace, die mir Freiraum im Netz für die Veröffentlichung meiner HP bot.

Dann kam das Bloggen, eine ähnliche, wesentlich bequemere, leichtere  Art und Weise, seine Gedanken – dazu kostenfrei und mit Kommentarfunktion – öffentlich an den Mann zu bringen, löste meine HP auf, gründete das hier vorliegende Blog unter dem Namen ultraistgut im Jahre 2007. Seitdem blogge ich.

Bloggen und Laufen machen Spaß, besonders, wenn man die lebhafte und dauerhafte  Resonanz auf sein Geschriebenes lesen und spüren kann. Die Anteilnahme meiner Stammleser an Erlebtem in guten und in schlechten Zeiten beflügelt  mich, im zehnten Jahr genauso weiterzumachen.

Bloggerei ist eine Art Tagebuch, in der ich mit großer Freude berichte, was mich läuferisch bewegt. Nicht nur das, auch in  weniger angenehmen Zeiten, wenn die Laufschuhe für längere Zeit zwangsweise an den Nagel gehängt werden müssen, erfahre ich virtuell sehr  viel Zuwendung, Streicheleinheiten, Zuspruch, Verständnis und Trost.

Es begann im Jahre 2007 https://ultraistgut.wordpress.com/2007/05/10/noch-ein-blogger/?preview_id=1&preview_nonce=3f07663000&post_format=standard&preview=truemit meinem ersten Post mit immerhin schon drei Kommentaren, das aber änderte sich schnell.

Bloggen macht erst richtig  Spaß, wenn sich  im Laufe der Zeit eine treue, eingeschworene Gemeinde  um einen herum versammelt, zu der sich immer wieder neue Leser gesellen, erfreulicherweise auch Leser, die selbst kein Blog führen.

Ein Geben und ein Nehmen, wie im richtigen Leben: Gleichgesinnte treffen sich virtuell, manchmal auch real. Dann ist die Überraschung erfahrungsgemäß  nicht mehr allzu groß, weil man meint, sein Gegenüber schon gut zu kennen  und überhaupt nicht überrascht ist, wenn sie oder er  plötzlich persönlich lebendig genau so vor dir  steht, wie du dir sie oder ihn  vorgestellt hast.

Mittlerweile hatte ich die Freude, viele meiner Leser, die meisten selbst Blogger und natürlich Läufer, persönlich kennen zulernen, es entstehen Freundschaften mit Menschen, die ich nicht missen möchte, die mir niemals sonst begegnet wären.

Danke auf diesem Wege allen meinen treuen und neu hinzugekommenen Leserinnen und Lesern, erst durch eure Kommentare wird das Bloggen  zu einer richtig runden Sache.

  • Schön, dass es dieses Medium gibt
  • dass ihr zu meinen Lesern zählt
  • wir uns teilweise seit vielen  Jahren schon auf dieser Welle austauschen können
  • Danke besonders an die treuen Leser
  • die regelmäßig hier kommentieren
  • ohne selbst ein Blog zu führen
  • Laufen bringt  Freude
  • Bloggen auch
  • warum habt ihr wann damit angefangen ?

dumm oder dumm ?

Auch der Alltag bietet nette, kleine Herausforderungen, die dem Sportler-Leben zusätzliche Würze verleihen, man muss sich ihnen nur stellen.

Würdest du dich aufs Fahrrad setzen, wenn der Himmel dir unmissverständlich zeigt, dass es nicht besonders lange dauern wird, bis die fetten, dunklen Wolken dort oben alles daran setzen, die Welt in Sekundenschnelle unter Wasser zu setzen ? Die meisten unter uns verzichten dankend, auch ich normalerweise, aber heute ist alles ganz anders. Es reizt mich, diese besondere Herausforderung der anderen Art anzunehmen.

Und ich starte – noch im Sonnenschein – gut gelaunt – schnell im schützenden Wald vor den in Massen auftretenden Urlaubern verschwindend – Ruhe, Stille, das, was ich am meisten liebe.

Es dauert nicht lange, bis der bedrohlich aussehende Himmel das wahr macht, was er unmissverständlich androht: es schüttet, was das Zeug hält, hält mich nicht ab, quer durch den menschenleeren Wald über Wiesen und Felder zu jagen.  Keine Regenjacke, keinerlei Regenschutz, was für ein herrliches Vergnügen, schnell  quer durch die Pfützen zu fahren, dazu noch kräftiger Gegenwind – YES – Herausforderung der besonderen Art, es braucht nur wenig, ein Sportlerherz höher schlagen zu lassen und dauert nicht lange, bis ich bis auf die Haut klitschnass bin. Was für ein sensationell gutes Gefühl, ich strample kräftig gegen den Wind, der mich Dank leicht trocknenden Materials schnell wieder in den fast trockenen Ausgangszustand versetzt.

An der See angekommen

dummoderdumm 1

strahlender Sonnenschein

dummoderdumm2und diesen wunderschönen Blick zur Belohnung (Fotos sind nicht nachträglich bearbeitet) – ganz unspektakuläre Herausforderungen im Leben einer Läuferin

dummoderdumm3

  • habe ich es schon gesagt ?
  • Ich liebe es !
  • Und wie !

 

 

Sport ist Mord

  • wenn ich die Worte lese
  • dann fotografiere ich sie
  • wenn ich diese Worte lese
  • dann fällt mir eine Menge dazu ein
  • no sports
  • für mich ein Unding
  • was wäre aus mir geworden
  • hätte ich nie Sport getrieben
  • wäre ich damals nicht
  • rein zufällig
  • auf die Laufwelle gestoßen
  • die Ende der 70-er von USA nach Europa schwappte
  • hätten mich meine Eltern nicht schon als Kind zum Sport vergeführt
  • hätte mich der Sport nicht mein Leben lang begleitet
  • was wäre aus mir geworden
  • ohne Sport
  • ohne Laufen
  • der Sport hat mir nur Gutes vermittelt
  • für den Körper
  • für den Geist
  • und für die Seele
  • Freude an der Bewegung
  • Freude an der Natur pur
  • Freude mit Gleichgesinnten
  • Freude an langen Kanten
  • Freude der Selbstüberwindung
  • Freude, sich selbst zu besiegen
  • Freude am Fit sein
  • Freude sich über Jahrzehnte gut zu fühlen
  • und wie die Alten sungen
  • so zwitschern auch die Jungen
  • wen wundert das denn  ?
  • ein Leben ohne Sport ?
  • Nein Danke !

aller avec les yeux ouverts à travers le monde

  • es sind die kleinen Dinge
  • die zusätzlich jeden Lauf bereichern
  • man muss sie nur erkennen
  • es gibt so vieles
  • dass die Bewegung im Freien noch schöner macht
  • als es ohnehin schon ist
  • banal vielleicht für andere
  • für mich nicht
  • es hat regnet
  • die Laufstrecke ist wie leer gefegt
  • ich genieße jeden Tropfen auf der Haut
  • eine Gans steht mitten auf der Straße

essinddiekleinendinge1

  • beäugt mich neugierig
  • das Meer ist ruhig

Regen

  • gibt keinen Mucks von sich
  • der Himmel ist grau
  • mein Atem ist ruhig
  • ich genieße
  • der Strand ist leer
  • mitten in der Saison
  • eine Seerose öffnet sich

essinddiekleinendinge3

  • andere Blumen in voller Blüte

essinddiekleinendinge2

Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das große vergebens warten.

Pearl S. Buck

  • kennt ihr das ?

 

Vorbereitungen

  • auf längere Läufe sehen bei mir so aus:
  • Kilometer gerne spachteln
  • verteilt übers ganze Jahr
  • mal ganz abgesehen davon
  • dass ich gar nicht mehr anders kann
  • zum Glück
  • die letzten Wochen vor dem Ereignis dann
  • noch eine Portion obendrauf
  • verbunden mit gesunder Ernährung
  • sowieso
  • reichhaltigem Mineralwasser
  • viel Obst, Gemüse, hochwertigem Eiweiß
  • Tipps von meinem Laufvater Jakob :
  • Montags vor dem Ereignis runde gemütliche 10 km
  • mittwochs kleine Runde mit ca. 5 km
  • 5 km sind mir definitiv zu wenig
  • also laufe ich wie immer mindestens 15
  • danach Ruhe
  • absolute Ruhe
  • kein Krafttraining
  • Tapering genannt
  • weiterhin unterstützende Ernährung
  • Ruhe
  • um am Tage des Ereignisses
  • das meist samstags stattfindet
  • richtig heiß auf den Startschuss zu sein
  • wichtig für mich:
  • Checkliste
  • die zu Hause akribisch vorbereitet wird

checkliste

  • ich weiß genau warum
  • habe ich einmal eine Laufhose vergessen
  • wer läuft denn ohne Hose ?
  • Zum Glück erhielt ich Ersatz
  • allerdings ein paar Nummern größer
  • das passiert mir nie wieder
  • Kopf unter dem Arm
  • mental gefestigt
  • geht es dann endlich  los
  • immer wieder ein Erlebnis
  • bei dem man nie weiß
  • wie es ausgehen wird
  • meistens gut
  • bis jetzt
  • abgesehen von wenigen
  • jedoch verständlichen körperlichen
  • manchmal auch mentalen vorübergehenden Schwächen
  • die zum Glück überwunden werden können
  • wenn es auch unterwegs zappenduster werden kann
  • aber das Ziel ist verlockend
  • wie bereitet ihr euch vor
  • habt ihr schon etwas vergessen ?

ultra ist gut

  • weißt du
  • wie schön Laufen ist
  • wie gut Laufen tut
  • weißt du
  • wie gut es tut
  • wenn der Motor eingelaufen ist
  • weißt du
  • wie sehr dein Körper, deine Seele, dein Geist
  • vom Laufen profitiert
  • weißt du
  • wie sich langes Laufen auf deinen Körper auswirkt
  • weißt du
  • wie sehr Beine schmerzen können
  • weißt du wie durstig man sein kann
  • weißt du
  • wie gut Applaus von Menschen an einer langen Strecke sein kann
  • weißt du
  • wie gut eine Massage tut
  • in einer Pause
  • oder danach
  • weißt du
  • wie stolz man ist
  • wenn man nach vielen Kilometern das ersehnte Ziel erreicht
  • weißt du
  • wie stark Laufen macht
  • weißt du
  • dass man danach süchtig wird
  • weißt du
  • wie zufrieden, glücklich Laufen macht
  • weißt du
  • was man beim Laufen alles sehen
  • erleben kann
  • weißt du
  • dass man als Läufer in Ecken kommt
  • wo sonst keiner ist
  • weißt du
  • wie Blasen brennen
  • weißt du
  • wie schmerzhaft Wund scheuern sein kann
  • weißt du
  • wie kostbar Wasser ist
  • weißt du
  • dass Wasser wie Champagner schmecken kann
  • weißt du
  • wie schnell man stürzen
  • und danach sogar noch weiterlaufen kann
  • weißt du
  • wie viele Laufschuhe ein Läuferleben verschlingen kann
  • weißt du
  • wie Laufschuhe riechen nach stundenlangem Laufen in der Hitze
  • weißt du
  • wie beschwerlich Treppensteigen sein kann
  • nach langen, anstrengenden Läufen
  • weißt du
  • wie schnell Zeit vergehen kann
  • und wie langsam bei den letzten Kilometern
  • weißt du
  • wie schwer es ist, gegen starken Wind zu laufen
  • und wie leicht mit ihm
  • weißt du
  • wie schwer Füße werden können
  • wenn sie im Matsch laufen
  • weißt du
  • wie durstig Hitze machen kann
  • weißt du
  • wie sehr man schwitzen kann
  • weißt du
  • wie Schweiß in den Augen brennt
  • weißt du
  • wie eisig Luft im Winter sein kann
  • weißt du
  • wie viel Kräfte du immer wieder mobilisieren kannst
  • weißt du auch
  • wie schön Laufen zu Hause ist
  • wie heute am frühen Morgen
  • wenn alles noch schläft
  • weißt du
  • dass das Leben laufenswert ist ?

ultrafieber

Einmal im Leben vom Ultrafieber befallen, lässt es dich nie wieder los, auch mich nicht.

Nachdem ich seit meinem letzten Ultra im Mai 2014 aus bekannten Gründen  dem stets vorhandenem Drang, weiter als weit zu laufen, gezwungenermaßen widerstehen musste, ich fast den Glauben an Wiederholung in den Sand gesteckt hatte, mein grenzenloser Optimismus, gepaart mit einer großen Portion Glücks mich dann doch erneut zum dem gewünschten Start eines 12-Stundenlaufes führt – Spannung pur !

Voller Erwartung, Ungewissheit darüber, was mein Körper – vor allem aber mein Knie – zu einer Belastung während dieser langen Zeit sagen würde, dennoch mit großer Freude, stehe ich um 12 Uhr nachts mit anderen Mitstreitern in der Dunkelheit bei angenehm warmen Temperaturen, um auf die lange Reise geschickt zu werden . Endlich die Stunde, auf die ich lange genug gewartet hatte. Die Strecke kenne ich schon, startete ich im Jahre 2008 hier bei der Deutschen DUV-24-Stunden-Meisterschaft beim Sri Chinmoy-Team in Berlin.

Es gefällt mir sehr, nachts zu laufen, wenngleich man mit dem Warten  bis 12 Uhr Mitternacht auf  eine harte Probe gestellt wird. Mit uns auf der Strecke 24-Stunden-Läufer, die mittags Punkt zwölf auf die Reise geschickt wurden. Sechs-Stunden-Läufer hatten von 15.00 – bis 21. 00 Gelegenheit, sich ins Geschehen einzureihen.

Die Strecke ist flach, im Grünen gelegen, beleuchtet Rundstrecke von 1018,71 m, vermessen DLV, AIMS A -Grade. Stolperstellen, Unebenheiten, die  uns Läufer hätten buchstäblich aus der Bahn werfen können,  wurden vorbildlich vom Sri-Chinmoy-Team farblich markiert, so dass man auch nachts keine Gefahr lief, daran zu scheitern.

Die Reise ins Ungewisse beginnt, wie wird es werden, schaffe ich das, was sagt mein Körper, wie viele Kilometer kann ich, kann ich überhaupt noch – ja, ich will.

Es gibt – wie immer – gute und weniger gute Phasen, die guten werden genutzt, die weniger guten ertragen, und irgendwann tut es weh – überall. Ich gönne mir eine kurze Schulter-Massage von einer extrem freundlichen Dame , die extra aus Zürich angereist war, um das tolle Team von Sri-Chinmoy zu unterstützen. 12stundenlauf4Ein großes Danke an alle unermüdlichen Mitarbeiter,  vor allem am Morgen im Zielbereich, die das Läuferleben über tolle Stimmung und persönliche Anteilnahme meisterlich unterstützt haben, wie ich es bereits 2008 bei meinem 24-Stunden-Lauf erfahren durfte.

Die Zeit schreitet voran, ich trinke ausschließlich den immer wieder von guten Seelen frisch aufgebrühten Ingwertee, der mir sehr gut bekommt, knabbere hier und da an einer Rosine oder Salzstange – es bekommt mir, das war nicht immer so – keine Magenprobleme, die mich sonst regelmäßig  während solcher körperlicher Strapazen aus der Bahn geworfen hatten.

Und wenn man das Ziel wittert, 12stundenlauf3erlebt man immer wieder das Phänomen, dass verlorene Kräfte wieder mobilisiert werden können- so beende ich glückselig nach 12-Stunden diesen Ultra mit 83,850 Kilometern, mehr als zufrieden, zwei Kilometer mehr als bei meinem letzten Versuch 2014 in Bad Dürkheim.  YES !!

Es folgt eine großzügige Siegerehrung, 12stundenlauf1zweite Frau im Gesamteinlauf, 1. in meiner Altersklasse, zur Belohnung ein wunderschöner Pokal, eine Medaille, eine Blume und kleine Geschenke – Danke vielmals, liebes Sri-Chinmoy-Team auch dafür.

12stundenlauf2

  • Fazit:
  • Ich kann es noch
  • mein Knie
  • was für ein Knie ?
  • schneller werde ich nicht mehr
  • dafür älter
  • gelassener
  • und sehr zufrieden
  • mit dem, was ich erreiche
  • zum Schluss
  • was wären diese Läufe
  • ohne einen unermüdlichen Betreuer
  • der mir jeden Wunsch von den Lippen abliest
  • die Stunden erleichtert
  • immer an meiner Seite steht ?
  • Danke dafür
  • wie es mir heute nach zwei Tagen zu Hause geht ?
  • Danke
  • alles im Lot
  • ein wenig müde
  • aber bald wieder bereit
  • die ersten Schritte auf gewohntem Terrain zu wagen
  • ultra ist gut
  • sag‘ ich doch
  • einmal ultra
  • immer ultra
  • für mich wohl dosiert
  • solange es geht

 

 

komisch

 

  • nicht jeder Tag ist wie der andere
  • das wissen wir
  • leider oder Gott sei Dank
  • wie man es nimmt
  • heute ist es wieder passiert
  • es ist mir nicht nach Laufen
  • komisch
  • ein äußerst seltenes Phänomen
  • ich wache sehr früh auf
  • meine Stimmung ist
  • so wie ich
  • rundum verschlafen
  • Blutdruck tief im Keller
  • komme nicht in Gang
  • selbst mein Wach-Elixier
  • Kaffee genannt
  • bringt nicht den gewünschten Erfolg
  • alles lahm
  • lustlos schäle ich mich von einem Platz zum anderen
  • werfe mich gequält in meine Lauf-Klamotten
  • schließe die Haustür hinter mir
  • die ersten Schritte deuten auch nicht gerade auf den gewohnten, freudigen Schritt hin
  • wo sind die guten Geister
  • die mich sonst begleiten ?
  • Selbst nach 5 Kilometern schleppe ich mich wie ein nasser Sack durch die Welt
  • dabei stimmt das Umfeld
  • es ist kühler
  • frischer Nordwind weht mir um die Nase
  • “ Es wird, es wird, es wird doch immer „
  • tröste ich mich
  • spätestens wenn ich in den 5. Gang schalten kann
  • nur nicht verzagen
  • natürlich kommt es
  • wie es kommen muss
  • ich weiß es doch
  • es läuft
  • ein Blick auf die Uhr
  • 30 Minuten unterwegs
  • es läuft ENDLICH rund
  • Müdigkeit und Lustlosigkeit habe ich hinter mir gelassen
  • bin wieder in meinem Element
  • selbst das Nicht-Grüßen ALLER Urlauber-Läufer lässt mich erstaunlich kalt
  • was sagt mir das ?
  • Auch wenn es den Anschein haben sollte
  • dass sich
  • aus welchen Gründen auch immer
  • eine Art Unlust eingeschlichen hat
  • wie bereits erwähnt – höchst selten
  • sie wird missachtet
  • ich werde sie besiegen
  • dann macht Laufen wieder Spaß
  • kennt ihr das
  • bleibt ihr zu Hause
  • oder ?

 

sag‘ mir, was du isst

auf langen Strecken ?

Ein Muss, das kennt wohl jeder, der lange auf den Beinen unterwegs ist, jeder weiß, dass unser Körper auf langen Strecken Nachschub braucht, um leistungsfähig zu bleiben.

Es ist schon eine Weile her, als ich mich auf meinen ersten 100-Kilometer-Lauf in Biel vorbereitete, nicht den Hauch einer Ahnung hatte, was mich bei dieser Premiere erwarten wird,  nahm – völlig unwissend –  auf der kompletten 100 Kilometer-Strecke  nicht einen einzigen Bissen zu mir, was ich mit teilweise leichtem Schwindel sofort zu bezahlen hatte. Natürlich war ich trotzdem unerwartet gut und relativ schnell, aber schwer geschafft, von Kopf bis Fuß verdreckt und sehr, sehr glücklich im ersehnten Ziel eingelaufen.

  • Wie bereite ich mich optimal vor
  • was ziehe ich an
  • wie ernähre ich mich
  • vor dem Lauf
  • und auf der Strecke ?

Internet damals: Fehlanzeige, Literatur – mäßig bis gar nicht, nur  gemachte Erfahrung anderer Läufer und jeder gut gemeinte Ratschlag erfahrener Ultras, auch davon gab es zu diesem Zeitpunkt nicht viele.

Schon während des Trainings sollte es ausprobiert werden. Im Vorfeld deponierten wir per Auto Getränke, versteckten sie hinter geschützten Büschen (Laufgurte, geschweige denn Rucksäcke , wie man sie heute hat – Fehlanzeige) , die wir dann auch während der Läufe bitter nötig hatten.

Ein Ultra-Läufer der ersten Stunde mit breit gefächerter Erfahrung stand mir mit vielen Tipps und Tricks hilfreich zur Seite. Unterwegs auf langer Strecke fummelte er aus seiner Hose

  • eine Hand voll Rosinen
  • Läufer-Nahrung
  • günstig
  • effektiv
  • leicht transportierbar
  • Tipp gespeichert
  • Energie-Riegel
  • auch eine Möglichkeit
  • immer einen am Hosenbund
  • Packung aufgerissen
  • rein gebissen
  • zurück in die Hose
  • süß – viel zu süß
  • klebrig
  • nichts für mich

Dann kommt das Zeitalter des Gels, brrr, neu, aktuell, Wunder-Mittel, jeder hat es, auch ich, süß, Schmiererei, Abfall, wie öffnen nach 70 Kilometer Laufen, wenn die Hände geschwollen sind ?

Später “ High-Speed-Gels „, angepriesen als das Mittel für sofortige Energie-Bereitstellung und Leistungssteigerung, praktisch, klein, in den Mund, einmal durchgebissen, links und rechts in die Wangentaschen geschoben und dort auflösen lassen, praktisch – teuer – für mich nicht gut.

Alles ausprobiert – dennoch zur guten, alten,  kleinen, preiswerten Rosine zurück gefunden.

Freut mich umso mehr, als ich  in nachstehender Studie Bestätigung finde:

Rosinen so gut wie Sport-Gels ?

Eine Studie bewies, dass Radfahrer, die 45 Minuten vor einem Rad-Test Rosinen zu sich nahmen, ebenso leistungsstark waren wie die, die ein handelsübliches Sport-Gel konsumiert hatten. Auffallend : Bei der Gruppe, die Rosinen zu sich nahm,  wurde ein höherer Anteil freier Fettsäuren im Körper und bei den Gel-Konsumenten ein extrem schneller Insulin-Schub festgestellt,  nach kurzer Zeit jedoch pendelte sich dies bei beiden Gruppen wieder auf dem gleichen Niveau ein.

(Journal of Strength and Conditioning Research)

Was sagt mir das ?

Altbewährtes muss nicht immer das Schlechteste sein, so trage ich bei meinen langen Läufen immer ein Päckchen Rosinen mit mir herum:

  • klein
  • praktisch
  • preiswert
  • gut
  • und was das Wichtigste ist: effektiv
  • da wir gerade beim Thema sind
  • eine gute Freundin
  • Ultraläuferin
  • läuft Schwindel erregende Strecken
  • z.B. von Italien zum Nordkap
  • Tag um Tag
  • nur nachts wird geschlafen
  • isst nichts
  • ich wiederhole nichts
  • während des Laufens
  • um ihren Magen nicht zu belasten
  • und ich sage euch
  • es funktioniert
  • sie schiebt abends alles rein
  • was sie tagsüber hätte essen können
  • phänomenal
  • auch ich verspüre wenig Hunger bei langen Kanten
  • schiebe ab und an vermeintlich Nahrhaftes in mich hinein
  • FÜR MICH WICHTIG
  • NUR DAS
  • was mein Magen schon kennt
  • der Vernunft gehorchend
  • während andere unterwegs alles in sich hinein schaufeln
  • was an der Strecke geboten wird
  • beneidenswert
  • nur für mich nicht möglich
  • da mein Magen regelmäßig bei langen Kanten streikt
  • bei Rosinen allerdings bleibt er friedlich
  • eure Erfahrungen ?

was soll daran schön sein

  • wenn man Schweiß gebadet
  • klitschnass
  • von stechender Sonne gepeinigt
  • laufend einen Fuß vor den anderen setzt
  • überall klebt
  • halb verdurstet
  • sich dankbar an  rettende Wasserhähne hängt

schweiß4

  • als würde Champagner
  • daraus fließen ?

Was soll daran schön sein

  • wenn Schweiß brennend in die Augen rinnt
  • Haare
  • Nacken
  • Rücken
  • Bauch
  • Füße
  • Kleider
  • nässt ?

Was soll daran schön sein

  • sich bei diesen Temperaturen
  • körperlich zu verausgaben
  • anstatt sich faul in der Sonne zu aalen ?
  • Schön ist es nicht an besonders schwülen Tagen wie heute
  • vermittelt dennoch ein gutes Gefühl
  • es getan zu haben
  • laufe ich oder nicht
  • ich laufe
  • Yes !

eigentlich

– so sagt der Wetterbericht – soll es heute regnen, was mir persönlich sehr gut in den Kram passt,  mir andererseits ein schlechtes Gewissen den vielen sonnenhungrigen Urlaubern gegenüber einflößt. Der Himmel deutet mittlerweile unmissverständlich darauf hin, dass es keine Falschmeldung ist.

Nun gut, es regnet nicht, keine Spur , im Gegenteil, 20 Grad, Sonne pur, ich mache mich auf die Socken,  und schon nach kürzester Zeit klebriger Schweiß, nicht nur im Gesicht, ärgere mich lautstark  über ignorante Radfahrer, die den Bürgersteig ihr eigen nennen, auch noch die Frechheit haben, mich weg klingeln zu wollen,  obgleich sich der extra breite Fahrradweg auf der Gegenseite der Straße befindet.

Und überhaupt, in diesem Ort fahren Radfahrer wo immer sie gerade lustig sind: auf der Fahrbahn, auf dem Gehsteig, in der falschen Richtung, überholen mal von links, dann wieder von rechts,  je nach Lust und Laune, für sie gibt es keine Verkehrsregeln, Hauptsache, sie  selbst kommen zügig voran, Kinder werden fast überfahren, ältere Mitbürger nachhaltig erschreckt, und als Läufer empfiehlt es sich ebenso, stets alle Antennen auf Empfang zu schalten, um gegebenenfalls mit einen Hechtsprung ins Gebüsch oder auf die Straße sein eigenes Leben zu retten.

Eltern  mit ausreichend Verstand schicken ihre Stöpsel mit Fahrradhelmen auf den Weg, sie selbst  fahren oben ohne, gehen so mit gutem Beispiel voran.

Aufgepasst  heißt es auch, als eine ältere Dame mit ihrem ausstellungsreifen, grau-melierten, frisch gestylten Modell-Pudel an farblich abgestimmter, langer Leine plötzlich mitten im Wald vor mir steht. Der trainierte, schlanke Pudel bleibt wie angegossen stehen, als er mich entdeckt und beginnt vor Angst zu zittern – Angst vor mir ? Ich beruhige das ratlose Tier, rede auf es ein und erkläre mit leiser Stimme diesem grauhaarigen Modepüppchen, er müsse keine Angst vor mir haben, worauf Frauchen sich geziert lächelnd herzlich bei mir bedankt, eine Hundebegegnung der anderen Art.

Sag‘ ich doch, in der Urlaubszeit kannst du hier was erleben.

Menschen, Menschen, überall Menschen, dicke, dünne, große, kleine, Omas, Opas, ganze Horden bewegen sich mit Kühltaschen, Schirmen, Luftmatratzen, aufgeblasenen Pinguinen und sonstigem Getier in Richtung Wasser, machen es sich gemütlich mit Strandzelt, Windschutz, igeln sich ein – wie daheim.

Das alles gibt es hier beim Vorbeilaufen zu sehen, der Zeltplatz überfüllt, überall Kaffee-Duft, man frühstückt vor dem Zelt, lässt es sich schmecken, Kinder toben, Erwachsene kleben an ihren Stühlen, verschlafene Gestalten bewegen sich mit dem Handtuch über der Schulter in Richtung Waschraum.

Ein Blick aufs Meer, unten  am Strand ein Gruppe Anhänger der Freikörper-Kultur  beim Ballspielen – chacun à son goût  !

Genug gesehen, hinein in den schützenden, stillen Wald, in den sich kaum einer verirrt; manchmal macht es auch Spaß, Menschen im Urlaub als Läuferin  zu beobachten,  viele Eindrücke, Gedanken der anderen Art.

Läufer begegnen mir auch – der eine oder der andere – heute im Wald, gut gelaunt, freundlich gegrüßt – eigentlich2so wie ich.

barfuß ?

Begonnen hat es mit der Erkenntnis, dass Laufschuhe im Laufe der vergangenen Jahre mit immer mehr, immer ausgeklügeltere Dämpfungen auf dem Markt gebracht wurden, gleichzeitig aber die Zahl der Verletzungen gestiegen sind.

  • Kann die Ursache für viele Verletzungen nur darin zu suchen sein ?
  • Stimmt das ?
  • Trifft das für jeden Läufer zu ?
  • Kann es nur an den falschen Schuhen liegen ?
  • Sollte jetzt jeder zivilisierte Fuß auf ungedämpftes Material umsteigen ?
  • Kann jeder lange Strecken barfuß zurücklegen ?
  • Auch wenn seine Füße jahrzehntelang übermäßig geschützt ihre Dienste geleistet haben ?
  • Was würden meine Füße dazu sagen ?
  • Möchte ich das auch ?

In Gedanken erkunde ich laufend meine Haus- und Magenstrecke barfuß:

  • mein Weg führt über Asphalt
  • Steine, Glas, Hundekot, Kronkorken, Zigarettenkippen
  • im Wald über
  • Geröll, spitze Hölzer, Äste, Steine, Wurzeln, Käfer, Zecken, Ameisen
  • am Strand über
  • weichen Sand
  • und leider auch
  • gefährliche Flaschenreste
  • Flaschenhälse
  • scharfe Scherben
  • Muscheln
  • Kronkorken
  • Hölzer
  • große Steine
  • kleine
  • scharfe
  • große
  • spitze
  • Steine
  • über Schotterwege
  • schon mit Schuhen ein Abenteuer
  • kann ich das
  • will ich das ?
  • Nein
  • Barfußlaufen
  • Ja
  • auf gefahrlosem Terrain
  • am liebsten  auf feuchtem Rasen
  • in weichem Sand
  • zu Hause sowieso
  • stundenlang
  • sehr gerne

Mittlerweile sind meine Füße im Laufe der Jahre nach und nach “ entwöhnt “ von überflüssiger Dämpfung, newton2leichtes Schuhwerk  gehört zur Tagesordnung, auch im privaten Bereich. Dennoch entscheide ich mich zum Wohle meiner zivilisierten, an schützender Hornhaut mangelnden Füßen, diesen ungewohnten, sicherlich auch anfangs schmerzhaften Erlebnissen aus dem Wege zu gehen und laufe weiterhin dezent verpackt in relativ wenig Material. Eine Barfußläuferin werde ich nicht, dafür ist mir der Weg dorthin mit zu vielen Gefahren gespickt. Bin froh, den langen Weg zu leichtem, wenig gedämpftem Material gefunden zu haben.

Auch in der Bloggerwelt gibt es einige Läufer, die im wesentlichen mit Erfolg auf Barfuß umgestiegen sind, das gefällt mir sehr, auch wenn ich mich damit nicht ganz anfreunden kann.

Und ihr ?