ultra ist gut

  • weißt du
  • wie schön Laufen ist
  • wie gut Laufen tut
  • weißt du
  • wie gut es tut
  • wenn der Motor eingelaufen ist
  • weißt du
  • wie sehr dein Körper, deine Seele, dein Geist
  • vom Laufen profitiert
  • weißt du
  • wie sich langes Laufen auf deinen Körper auswirkt
  • weißt du
  • wie sehr Beine schmerzen können
  • weißt du wie durstig man sein kann
  • weißt du
  • wie gut Applaus von Menschen an einer langen Strecke sein kann
  • weißt du
  • wie gut eine Massage tut
  • in einer Pause
  • oder danach
  • weißt du
  • wie stolz man ist
  • wenn man nach vielen Kilometern das ersehnte Ziel erreicht
  • weißt du
  • wie stark Laufen macht
  • weißt du
  • dass man danach süchtig wird
  • weißt du
  • wie zufrieden, glücklich Laufen macht
  • weißt du
  • was man beim Laufen alles sehen
  • erleben kann
  • weißt du
  • dass man als Läufer in Ecken kommt
  • wo sonst keiner ist
  • weißt du
  • wie Blasen brennen
  • weißt du
  • wie schmerzhaft Wund scheuern sein kann
  • weißt du
  • wie kostbar Wasser ist
  • weißt du
  • dass Wasser wie Champagner schmecken kann
  • weißt du
  • wie schnell man stürzen
  • und danach sogar noch weiterlaufen kann
  • weißt du
  • wie viele Laufschuhe ein Läuferleben verschlingen kann
  • weißt du
  • wie Laufschuhe riechen nach stundenlangem Laufen in der Hitze
  • weißt du
  • wie beschwerlich Treppensteigen sein kann
  • nach langen, anstrengenden Läufen
  • weißt du
  • wie schnell Zeit vergehen kann
  • und wie langsam bei den letzten Kilometern
  • weißt du
  • wie schwer es ist, gegen starken Wind zu laufen
  • und wie leicht mit ihm
  • weißt du
  • wie schwer Füße werden können
  • wenn sie im Matsch laufen
  • weißt du
  • wie durstig Hitze machen kann
  • weißt du
  • wie sehr man schwitzen kann
  • weißt du
  • wie Schweiß in den Augen brennt
  • weißt du
  • wie eisig Luft im Winter sein kann
  • weißt du
  • wie viel Kräfte du immer wieder mobilisieren kannst
  • weißt du auch
  • wie schön Laufen zu Hause ist
  • wie heute am frühen Morgen
  • wenn alles noch schläft
  • weißt du
  • dass das Leben laufenswert ist ?

ultrafieber

Einmal im Leben vom Ultrafieber befallen, lässt es dich nie wieder los, auch mich nicht.

Nachdem ich seit meinem letzten Ultra im Mai 2014 aus bekannten Gründen  dem stets vorhandenem Drang, weiter als weit zu laufen, gezwungenermaßen widerstehen musste, ich fast den Glauben an Wiederholung in den Sand gesteckt hatte, mein grenzenloser Optimismus, gepaart mit einer großen Portion Glücks mich dann doch erneut zum dem gewünschten Start eines 12-Stundenlaufes führt – Spannung pur !

Voller Erwartung, Ungewissheit darüber, was mein Körper – vor allem aber mein Knie – zu einer Belastung während dieser langen Zeit sagen würde, dennoch mit großer Freude, stehe ich um 12 Uhr nachts mit anderen Mitstreitern in der Dunkelheit bei angenehm warmen Temperaturen, um auf die lange Reise geschickt zu werden . Endlich die Stunde, auf die ich lange genug gewartet hatte. Die Strecke kenne ich schon, startete ich im Jahre 2008 hier bei der Deutschen DUV-24-Stunden-Meisterschaft beim Sri Chinmoy-Team in Berlin.

Es gefällt mir sehr, nachts zu laufen, wenngleich man mit dem Warten  bis 12 Uhr Mitternacht auf  eine harte Probe gestellt wird. Mit uns auf der Strecke 24-Stunden-Läufer, die mittags Punkt zwölf auf die Reise geschickt wurden. Sechs-Stunden-Läufer hatten von 15.00 – bis 21. 00 Gelegenheit, sich ins Geschehen einzureihen.

Die Strecke ist flach, im Grünen gelegen, beleuchtet Rundstrecke von 1018,71 m, vermessen DLV, AIMS A -Grade. Stolperstellen, Unebenheiten, die  uns Läufer hätten buchstäblich aus der Bahn werfen können,  wurden vorbildlich vom Sri-Chinmoy-Team farblich markiert, so dass man auch nachts keine Gefahr lief, daran zu scheitern.

Die Reise ins Ungewisse beginnt, wie wird es werden, schaffe ich das, was sagt mein Körper, wie viele Kilometer kann ich, kann ich überhaupt noch – ja, ich will.

Es gibt – wie immer – gute und weniger gute Phasen, die guten werden genutzt, die weniger guten ertragen, und irgendwann tut es weh – überall. Ich gönne mir eine kurze Schulter-Massage von einer extrem freundlichen Dame , die extra aus Zürich angereist war, um das tolle Team von Sri-Chinmoy zu unterstützen. 12stundenlauf4Ein großes Danke an alle unermüdlichen Mitarbeiter,  vor allem am Morgen im Zielbereich, die das Läuferleben über tolle Stimmung und persönliche Anteilnahme meisterlich unterstützt haben, wie ich es bereits 2008 bei meinem 24-Stunden-Lauf erfahren durfte.

Die Zeit schreitet voran, ich trinke ausschließlich den immer wieder von guten Seelen frisch aufgebrühten Ingwertee, der mir sehr gut bekommt, knabbere hier und da an einer Rosine oder Salzstange – es bekommt mir, das war nicht immer so – keine Magenprobleme, die mich sonst regelmäßig  während solcher körperlicher Strapazen aus der Bahn geworfen hatten.

Und wenn man das Ziel wittert, 12stundenlauf3erlebt man immer wieder das Phänomen, dass verlorene Kräfte wieder mobilisiert werden können- so beende ich glückselig nach 12-Stunden diesen Ultra mit 83,850 Kilometern, mehr als zufrieden, zwei Kilometer mehr als bei meinem letzten Versuch 2014 in Bad Dürkheim.  YES !!

Es folgt eine großzügige Siegerehrung, 12stundenlauf1zweite Frau im Gesamteinlauf, 1. in meiner Altersklasse, zur Belohnung ein wunderschöner Pokal, eine Medaille, eine Blume und kleine Geschenke – Danke vielmals, liebes Sri-Chinmoy-Team auch dafür.

12stundenlauf2

  • Fazit:
  • Ich kann es noch
  • mein Knie
  • was für ein Knie ?
  • schneller werde ich nicht mehr
  • dafür älter
  • gelassener
  • und sehr zufrieden
  • mit dem, was ich erreiche
  • zum Schluss
  • was wären diese Läufe
  • ohne einen unermüdlichen Betreuer
  • der mir jeden Wunsch von den Lippen abliest
  • die Stunden erleichtert
  • immer an meiner Seite steht ?
  • Danke dafür
  • wie es mir heute nach zwei Tagen zu Hause geht ?
  • Danke
  • alles im Lot
  • ein wenig müde
  • aber bald wieder bereit
  • die ersten Schritte auf gewohntem Terrain zu wagen
  • ultra ist gut
  • sag‘ ich doch
  • einmal ultra
  • immer ultra
  • für mich wohl dosiert
  • solange es geht

 

 

komisch

 

  • nicht jeder Tag ist wie der andere
  • das wissen wir
  • leider oder Gott sei Dank
  • wie man es nimmt
  • heute ist es wieder passiert
  • es ist mir nicht nach Laufen
  • komisch
  • ein äußerst seltenes Phänomen
  • ich wache sehr früh auf
  • meine Stimmung ist
  • so wie ich
  • rundum verschlafen
  • Blutdruck tief im Keller
  • komme nicht in Gang
  • selbst mein Wach-Elixier
  • Kaffee genannt
  • bringt nicht den gewünschten Erfolg
  • alles lahm
  • lustlos schäle ich mich von einem Platz zum anderen
  • werfe mich gequält in meine Lauf-Klamotten
  • schließe die Haustür hinter mir
  • die ersten Schritte deuten auch nicht gerade auf den gewohnten, freudigen Schritt hin
  • wo sind die guten Geister
  • die mich sonst begleiten ?
  • Selbst nach 5 Kilometern schleppe ich mich wie ein nasser Sack durch die Welt
  • dabei stimmt das Umfeld
  • es ist kühler
  • frischer Nordwind weht mir um die Nase
  • “ Es wird, es wird, es wird doch immer „
  • tröste ich mich
  • spätestens wenn ich in den 5. Gang schalten kann
  • nur nicht verzagen
  • natürlich kommt es
  • wie es kommen muss
  • ich weiß es doch
  • es läuft
  • ein Blick auf die Uhr
  • 30 Minuten unterwegs
  • es läuft ENDLICH rund
  • Müdigkeit und Lustlosigkeit habe ich hinter mir gelassen
  • bin wieder in meinem Element
  • selbst das Nicht-Grüßen ALLER Urlauber-Läufer lässt mich erstaunlich kalt
  • was sagt mir das ?
  • Auch wenn es den Anschein haben sollte
  • dass sich
  • aus welchen Gründen auch immer
  • eine Art Unlust eingeschlichen hat
  • wie bereits erwähnt – höchst selten
  • sie wird missachtet
  • ich werde sie besiegen
  • dann macht Laufen wieder Spaß
  • kennt ihr das
  • bleibt ihr zu Hause
  • oder ?

 

sag‘ mir, was du isst

auf langen Strecken ?

Ein Muss, das kennt wohl jeder, der lange auf den Beinen unterwegs ist, jeder weiß, dass unser Körper auf langen Strecken Nachschub braucht, um leistungsfähig zu bleiben.

Es ist schon eine Weile her, als ich mich auf meinen ersten 100-Kilometer-Lauf in Biel vorbereitete, nicht den Hauch einer Ahnung hatte, was mich bei dieser Premiere erwarten wird,  nahm – völlig unwissend –  auf der kompletten 100 Kilometer-Strecke  nicht einen einzigen Bissen zu mir, was ich mit teilweise leichtem Schwindel sofort zu bezahlen hatte. Natürlich war ich trotzdem unerwartet gut und relativ schnell, aber schwer geschafft, von Kopf bis Fuß verdreckt und sehr, sehr glücklich im ersehnten Ziel eingelaufen.

  • Wie bereite ich mich optimal vor
  • was ziehe ich an
  • wie ernähre ich mich
  • vor dem Lauf
  • und auf der Strecke ?

Internet damals: Fehlanzeige, Literatur – mäßig bis gar nicht, nur  gemachte Erfahrung anderer Läufer und jeder gut gemeinte Ratschlag erfahrener Ultras, auch davon gab es zu diesem Zeitpunkt nicht viele.

Schon während des Trainings sollte es ausprobiert werden. Im Vorfeld deponierten wir per Auto Getränke, versteckten sie hinter geschützten Büschen (Laufgurte, geschweige denn Rucksäcke , wie man sie heute hat – Fehlanzeige) , die wir dann auch während der Läufe bitter nötig hatten.

Ein Ultra-Läufer der ersten Stunde mit breit gefächerter Erfahrung stand mir mit vielen Tipps und Tricks hilfreich zur Seite. Unterwegs auf langer Strecke fummelte er aus seiner Hose

  • eine Hand voll Rosinen
  • Läufer-Nahrung
  • günstig
  • effektiv
  • leicht transportierbar
  • Tipp gespeichert
  • Energie-Riegel
  • auch eine Möglichkeit
  • immer einen am Hosenbund
  • Packung aufgerissen
  • rein gebissen
  • zurück in die Hose
  • süß – viel zu süß
  • klebrig
  • nichts für mich

Dann kommt das Zeitalter des Gels, brrr, neu, aktuell, Wunder-Mittel, jeder hat es, auch ich, süß, Schmiererei, Abfall, wie öffnen nach 70 Kilometer Laufen, wenn die Hände geschwollen sind ?

Später “ High-Speed-Gels „, angepriesen als das Mittel für sofortige Energie-Bereitstellung und Leistungssteigerung, praktisch, klein, in den Mund, einmal durchgebissen, links und rechts in die Wangentaschen geschoben und dort auflösen lassen, praktisch – teuer – für mich nicht gut.

Alles ausprobiert – dennoch zur guten, alten,  kleinen, preiswerten Rosine zurück gefunden.

Freut mich umso mehr, als ich  in nachstehender Studie Bestätigung finde:

Rosinen so gut wie Sport-Gels ?

Eine Studie bewies, dass Radfahrer, die 45 Minuten vor einem Rad-Test Rosinen zu sich nahmen, ebenso leistungsstark waren wie die, die ein handelsübliches Sport-Gel konsumiert hatten. Auffallend : Bei der Gruppe, die Rosinen zu sich nahm,  wurde ein höherer Anteil freier Fettsäuren im Körper und bei den Gel-Konsumenten ein extrem schneller Insulin-Schub festgestellt,  nach kurzer Zeit jedoch pendelte sich dies bei beiden Gruppen wieder auf dem gleichen Niveau ein.

(Journal of Strength and Conditioning Research)

Was sagt mir das ?

Altbewährtes muss nicht immer das Schlechteste sein, so trage ich bei meinen langen Läufen immer ein Päckchen Rosinen mit mir herum:

  • klein
  • praktisch
  • preiswert
  • gut
  • und was das Wichtigste ist: effektiv
  • da wir gerade beim Thema sind
  • eine gute Freundin
  • Ultraläuferin
  • läuft Schwindel erregende Strecken
  • z.B. von Italien zum Nordkap
  • Tag um Tag
  • nur nachts wird geschlafen
  • isst nichts
  • ich wiederhole nichts
  • während des Laufens
  • um ihren Magen nicht zu belasten
  • und ich sage euch
  • es funktioniert
  • sie schiebt abends alles rein
  • was sie tagsüber hätte essen können
  • phänomenal
  • auch ich verspüre wenig Hunger bei langen Kanten
  • schiebe ab und an vermeintlich Nahrhaftes in mich hinein
  • FÜR MICH WICHTIG
  • NUR DAS
  • was mein Magen schon kennt
  • der Vernunft gehorchend
  • während andere unterwegs alles in sich hinein schaufeln
  • was an der Strecke geboten wird
  • beneidenswert
  • nur für mich nicht möglich
  • da mein Magen regelmäßig bei langen Kanten streikt
  • bei Rosinen allerdings bleibt er friedlich
  • eure Erfahrungen ?

was soll daran schön sein

  • wenn man Schweiß gebadet
  • klitschnass
  • von stechender Sonne gepeinigt
  • laufend einen Fuß vor den anderen setzt
  • überall klebt
  • halb verdurstet
  • sich dankbar an  rettende Wasserhähne hängt

schweiß4

  • als würde Champagner
  • daraus fließen ?

Was soll daran schön sein

  • wenn Schweiß brennend in die Augen rinnt
  • Haare
  • Nacken
  • Rücken
  • Bauch
  • Füße
  • Kleider
  • nässt ?

Was soll daran schön sein

  • sich bei diesen Temperaturen
  • körperlich zu verausgaben
  • anstatt sich faul in der Sonne zu aalen ?
  • Schön ist es nicht an besonders schwülen Tagen wie heute
  • vermittelt dennoch ein gutes Gefühl
  • es getan zu haben
  • laufe ich oder nicht
  • ich laufe
  • Yes !

eigentlich

– so sagt der Wetterbericht – soll es heute regnen, was mir persönlich sehr gut in den Kram passt,  mir andererseits ein schlechtes Gewissen den vielen sonnenhungrigen Urlaubern gegenüber einflößt. Der Himmel deutet mittlerweile unmissverständlich darauf hin, dass es keine Falschmeldung ist.

Nun gut, es regnet nicht, keine Spur , im Gegenteil, 20 Grad, Sonne pur, ich mache mich auf die Socken,  und schon nach kürzester Zeit klebriger Schweiß, nicht nur im Gesicht, ärgere mich lautstark  über ignorante Radfahrer, die den Bürgersteig ihr eigen nennen, auch noch die Frechheit haben, mich weg klingeln zu wollen,  obgleich sich der extra breite Fahrradweg auf der Gegenseite der Straße befindet.

Und überhaupt, in diesem Ort fahren Radfahrer wo immer sie gerade lustig sind: auf der Fahrbahn, auf dem Gehsteig, in der falschen Richtung, überholen mal von links, dann wieder von rechts,  je nach Lust und Laune, für sie gibt es keine Verkehrsregeln, Hauptsache, sie  selbst kommen zügig voran, Kinder werden fast überfahren, ältere Mitbürger nachhaltig erschreckt, und als Läufer empfiehlt es sich ebenso, stets alle Antennen auf Empfang zu schalten, um gegebenenfalls mit einen Hechtsprung ins Gebüsch oder auf die Straße sein eigenes Leben zu retten.

Eltern  mit ausreichend Verstand schicken ihre Stöpsel mit Fahrradhelmen auf den Weg, sie selbst  fahren oben ohne, gehen so mit gutem Beispiel voran.

Aufgepasst  heißt es auch, als eine ältere Dame mit ihrem ausstellungsreifen, grau-melierten, frisch gestylten Modell-Pudel an farblich abgestimmter, langer Leine plötzlich mitten im Wald vor mir steht. Der trainierte, schlanke Pudel bleibt wie angegossen stehen, als er mich entdeckt und beginnt vor Angst zu zittern – Angst vor mir ? Ich beruhige das ratlose Tier, rede auf es ein und erkläre mit leiser Stimme diesem grauhaarigen Modepüppchen, er müsse keine Angst vor mir haben, worauf Frauchen sich geziert lächelnd herzlich bei mir bedankt, eine Hundebegegnung der anderen Art.

Sag‘ ich doch, in der Urlaubszeit kannst du hier was erleben.

Menschen, Menschen, überall Menschen, dicke, dünne, große, kleine, Omas, Opas, ganze Horden bewegen sich mit Kühltaschen, Schirmen, Luftmatratzen, aufgeblasenen Pinguinen und sonstigem Getier in Richtung Wasser, machen es sich gemütlich mit Strandzelt, Windschutz, igeln sich ein – wie daheim.

Das alles gibt es hier beim Vorbeilaufen zu sehen, der Zeltplatz überfüllt, überall Kaffee-Duft, man frühstückt vor dem Zelt, lässt es sich schmecken, Kinder toben, Erwachsene kleben an ihren Stühlen, verschlafene Gestalten bewegen sich mit dem Handtuch über der Schulter in Richtung Waschraum.

Ein Blick aufs Meer, unten  am Strand ein Gruppe Anhänger der Freikörper-Kultur  beim Ballspielen – chacun à son goût  !

Genug gesehen, hinein in den schützenden, stillen Wald, in den sich kaum einer verirrt; manchmal macht es auch Spaß, Menschen im Urlaub als Läuferin  zu beobachten,  viele Eindrücke, Gedanken der anderen Art.

Läufer begegnen mir auch – der eine oder der andere – heute im Wald, gut gelaunt, freundlich gegrüßt – eigentlich2so wie ich.

barfuß ?

Begonnen hat es mit der Erkenntnis, dass Laufschuhe im Laufe der vergangenen Jahre mit immer mehr, immer ausgeklügeltere Dämpfungen auf dem Markt gebracht wurden, gleichzeitig aber die Zahl der Verletzungen gestiegen sind.

  • Kann die Ursache für viele Verletzungen nur darin zu suchen sein ?
  • Stimmt das ?
  • Trifft das für jeden Läufer zu ?
  • Kann es nur an den falschen Schuhen liegen ?
  • Sollte jetzt jeder zivilisierte Fuß auf ungedämpftes Material umsteigen ?
  • Kann jeder lange Strecken barfuß zurücklegen ?
  • Auch wenn seine Füße jahrzehntelang übermäßig geschützt ihre Dienste geleistet haben ?
  • Was würden meine Füße dazu sagen ?
  • Möchte ich das auch ?

In Gedanken erkunde ich laufend meine Haus- und Magenstrecke barfuß:

  • mein Weg führt über Asphalt
  • Steine, Glas, Hundekot, Kronkorken, Zigarettenkippen
  • im Wald über
  • Geröll, spitze Hölzer, Äste, Steine, Wurzeln, Käfer, Zecken, Ameisen
  • am Strand über
  • weichen Sand
  • und leider auch
  • gefährliche Flaschenreste
  • Flaschenhälse
  • scharfe Scherben
  • Muscheln
  • Kronkorken
  • Hölzer
  • große Steine
  • kleine
  • scharfe
  • große
  • spitze
  • Steine
  • über Schotterwege
  • schon mit Schuhen ein Abenteuer
  • kann ich das
  • will ich das ?
  • Nein
  • Barfußlaufen
  • Ja
  • auf gefahrlosem Terrain
  • am liebsten  auf feuchtem Rasen
  • in weichem Sand
  • zu Hause sowieso
  • stundenlang
  • sehr gerne

Mittlerweile sind meine Füße im Laufe der Jahre nach und nach “ entwöhnt “ von überflüssiger Dämpfung, newton2leichtes Schuhwerk  gehört zur Tagesordnung, auch im privaten Bereich. Dennoch entscheide ich mich zum Wohle meiner zivilisierten, an schützender Hornhaut mangelnden Füßen, diesen ungewohnten, sicherlich auch anfangs schmerzhaften Erlebnissen aus dem Wege zu gehen und laufe weiterhin dezent verpackt in relativ wenig Material. Eine Barfußläuferin werde ich nicht, dafür ist mir der Weg dorthin mit zu vielen Gefahren gespickt. Bin froh, den langen Weg zu leichtem, wenig gedämpftem Material gefunden zu haben.

Auch in der Bloggerwelt gibt es einige Läufer, die im wesentlichen mit Erfolg auf Barfuß umgestiegen sind, das gefällt mir sehr, auch wenn ich mich damit nicht ganz anfreunden kann.

Und ihr ?

1975 Kilometer

  • was für eine schöne Zahl
  • sie lächelt mich an
  • insbesondere deswegen
  • weil ich im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit
  • nur von solchen Distanzen träumen konnte
  • es fast nicht geglaubt hatte
  • wieder einmal dort anzukommen
  • wo ich vor dem Meniskusriss war
  • ja
  • ich habe es wieder gepackt
  • ja
  • ich bin 1975 Kilometer im ersten Halbjahr 2016 gelaufen
  • noch kann ich es kaum glauben
  • nach einem weniger erfreulichen vergangenen Jahr
  • und ja
  • ich bin vorsichtig
  • ich höre auf meinen Körper
  • mache keine Experimente
  • laufe einfach
  • so wie ich es immer getan hatte
  • ziellos ?
  • Nein
  • in meinem Kopf und auch im ♥ braut sich was zusammen
  • ich steuere darauf hin
  • und hoffe
  • dass alles gut gehen wird
  • am Sonntag traf ich meine Physiotherapeutin
  • ganz überrascht fragte sie
  • ob alles in Ordnung sei
  • erinnert sich sehr gut an die Zeit
  • als ich quasi “ nur ein Bein zur Verfügung hatte “ !

beine

 

  • ja
  • es ist überstanden
  • und ich hoffe
  • dass mich meine Beine noch viele weitere Kilometer so tragen werden
  • wie in den letzten sechs Monaten
  • das macht dankbar
  • und das bin ich
  • und für alle
  • die noch hadern
  • bleibt geduldig
  • zeigt Ausdauer
  • alles wird gut

Straßenfeger

  • oder
  • des einen Leid
  • des anderen Freud
  • es gießt im Norden
  • endlich
  • nach vielen Tagen drückender Schwüle
  • die einem das Laufen madig machen kann
  • es gießt in Strömen
  • schon beim Start
  • kursieren in meiner Fantasie verständnislose Kommentare meiner Nachbarn
  • die spinnt
  • sowieso
  • jetzt auch noch bei strömendem Regen
  • ist dein Ruf erst ruiniert
  • kannst du leben ungeniert
  • ich laufe
  • ohne Regenjacke
  • brauche ich nicht bei diesen milden Temperaturen
  • unten durch
  • und wer
  • wie ich
  • Sommerregen ganz besonders mag
  • kommt heute richtig auf seine Kosten
  • die Strecke gehört mir

werregenmag1

  • mir allein
  • weit und breit kein Mensch
  • 30 Kilometer nass
  • nasse Straßen
  • nasse Klamotten
  • nasse Schuhe
  • nasse Haare
  • nass
  • ich liebe es
  • habe ich es schon gesagt ?
  • Und ich kenne noch ein paar liebenswerte Spezies unter uns Bloggern
  • die hier zustimmend neidlos nicken werden
  • YES !

 

im Kopf

  • was passiert eigentlich im Kopf der Läufer
  • bei langen Strecken
  • bei offiziellen Veranstaltungen
  • keiner sieht
  • was du fühlst
  • keiner sieht
  • was du denkst
  • und doch möchtest du es manchmal laut raus trompeten
  • in der Hoffnung
  • es ändere sich irgendwas an deiner zeitweise unangenehmen Lage
  • da gibt es Gedanken
  • wie
  • es läuft recht gut
  • ich habe ausreichend trainiert
  • es ist zu warm
  • ich habe Durst
  • es zwickt hier
  • es zwickt da
  • die Leute an der Peripherie haben gut lachen
  • meine Beine sind müde
  • mir ist es richtig schlecht
  • ich kann nichts trinken
  • ich kann nichts essen
  • warum können andere das und ich nicht ?
  • Ich kann nicht mehr
  • ich muss mal
  • lauf weiter
  • du wolltest es so
  • keiner hat dich gezwungen
  • ich halte durch bis zum bitteren Ende
  • ich weiß
  • ich kann das

Startnummer

  • morgen kann ich mich ausruhen
  • ausschlafen
  • in ein paar Stunden ist alles vorbei
  • dem hier geht es noch schlechter als mir
  • vielleicht sollte ich doch aufhören mit den langen Kanten
  • wie viele Kilometer bin ich gelaufen ?
  • Mist
  • eine Blase am rechten Fuß
  • die brennt
  • ich muss sie verarzten lassen
  • da schnauft einer wie eine Dampflok
  • schnell weg
  • Mann, ist der schnell
  • Oh Mann
  • das sieht bei dem aber gar nicht gut aus
  • warum mache ich das ?
  • Ich kann nicht mehr
  • doch du kannst
  • ich steige aus
  • nein
  • ich steige nicht aus
  • ich werde es ewig bereuen
  • ich werde immer langsamer
  • ich habe Hunger
  • die Hände sind kalt
  • die Finger sind dick
  • gut, dass ich den Ring abgenommen habe
  • bald ist alles vorbei
  • alle
  • die sich auf Lauf-Abenteuer freiwillig einlassen
  • wissen sehr genau
  • was in ihren Köpfen herum geistern wird
  • jeder kämpft auf seine Weise
  • mit sich und vor allem mit der Strecke
  • manchmal wüsste ich zu gerne
  • was sich zu gleicher Zeit in den Köpfen meiner Mitstreiter abspielt
  • das bleibt unser Geheimnis
  • neben, hinter und vor mir
  • die Gedanken sind frei
  • manchmal tauscht man auch seine Sorgen unterwegs aus
  • stärkt sich gegenseitig
  • hilft
  • und wird geholfen
  • Läufer halt !

magersüchtig

  • das gilt tatsächlich mir
  • als ein junger
  • haarloser
  • flächendeckend tätowierter
  • seinen wohlgenährten Bierbauch vor sich her schiebend
  • männlicher Mensch
  • Arm in Arm
  • mit seiner Rubens-Braut
  • sehr laut
  • laut genug
  • dass keine Chance besteht
  • seinen überaus geistreichen Kommentar zu überhören
  • meinen in seinen Augen figürlichen Missstand erklärt
  • mit der vermehrten Urlauberzahl
  • bald wird der Ort wegen Überfüllung geschlossen
  • steigen leider auch
  • wie im jeden Jahr
  • Begegnungen solcher liebenswerter Artgenossen
  • an die wir uns erst wieder gewöhnen müssen
  • es wird nicht die letzte gewesen sein
  • husch
  • husch
  • vorbei
  • wort – und regungslos
  • einen winzigen Moment darüber nachdenkend
  • mich in keinster Weise aufregend
  • meinen Extra-Tribünen-Schritt anwendend

Diese Diashow benötigt JavaScript.

  • magersüchtig
  • alles ist relativ
  • was sollte mich auch erschüttern
  • bei diesem traumhaften sommerlichen Temperaturen wie heute ?
  • Genauso
  • wie ich es besonders mag
  • die Hitze hat sich verzogen
  • Außentemperatur heute morgen 17
  • Wassertemperatur 18 °
  • dazu traumhafter Wind
  • ideal
  • genial !

wenn andere

  • stundenlang im Strandkorb brutzeln
  • sich nur erheben
  • um sich am Wasser kurz abzukühlen
  • sich nur erheben
  • um sich aus der Kühltasche mit Ess-und Trinkbarem zu versorgen
  • dann juckt es bei mir schon wieder in den Beinen
  • Laufpause
  • aber es gibt noch weitere Mittel und Möglichkeiten
  • sich aus eigener Kraft vorwärts zu bewegen
  • wozu sonst habe ich mir im “ Meniskus-Jahr „ein neues Fahrrad gegönnt
  • besonders erfrischend ist es auf dem Fahrrad auch nicht
  • immerhin weht direkt am Meer ein mäßig kühlender Seewind
  • im Wald ist es schattig
  • das mindert die Hitze minimal
  • die Hände kleben am Lenker
  • es dampft unter dem Helm
  • der Schweiß läuft in den Rücken
  • die Füße schwitzen
  • zum Glück habe ich meine Hose mit Lüftung
  • bei Bedarf werden die Reißverschlüsse geöffnet

radfahren4

  • sehr empfehlenswert
  • selbst gekauft
  • nicht zu Testzwecken zur Verfügung gestellt
  • vom Wald über die Dünen
  • direkt ans Meer

radfahren2

  • hier lässt es sich aushalten
  • wieder lockt es verführerisch
  • nein
  • heute nicht
  • vielleicht morgen
  • habe ich es schon gesagt
  • hier kommt jeder auf seine Kosten
  • der Bewegung liebt
  • so wie ich
  • auch bei diesen hochsommerlichen Temperaturen
  • YES !

danach ist es am schönsten

  • wie so oft
  • danach ist es am schönsten
  • wenn man sich plagt
  • auf langen oder kurzen Strecken
  • weil es nicht MEIN Tag ist
  • weil es zu kalt
  • weil es zu glatt
  • weil es zu nass
  • weil es zu windig
  • weil es
  • wie heute
  • ungewöhnlich warm ist
  • Sahara
  • sag‘ ich nur
  • dazu gratis tonnenweise Viehzeug aller Art
  • kleine schwarze
  • große stechende
  • apropos 
  • mich haben sie natürlich schon wieder ….
  • obwohl ich mich …….
  • summende
  • alles
  • was die Natur bei diesen Temperaturen zu bieten hat
  • Schatten suchen

danachistesamschönsten1

  • am liebsten übers Meer laufen

Seebrücke Sellin - Insel Rügen

  • tue ich auch
  • stürze mich auf die heißgeliebten Wasserhähne
  • trinke ausreichend kristallklares, erfrischendes, kühles Wasser
  • wann immer es möglich ist
  • 4 Kilometer bis zur nächsten Quelle können lang sein
  • übers Haupt
  • über die Arme schütten
  • trotzdem weiter laufen
  • ein bisschen vor sich hin jammern
  • durchhalten
  • bei Bedarf wird der geübte Tribünenschritt eingesetzt
  • jetzt nur nicht hängen lassen
  • tapfer sein
  • zu Hause ankommen
  • sich stolz auf die Schulter klopfen
  • sich gut fühlen
  • trinken
  • vom Schweiß befreien
  • Kühle genießen
  • zufrieden sein
  • YES !
  • Dem Wetter trotzen
  • das wäre doch gelacht
  • sag‘ ich doch
  • wie hart seid ihr im Nehmen
  • oder gibt es dann doch eine Laufpause ?

the answer, my friend is blowin in the wind

  • ins Meer
  • bringt mich jetzt noch keiner
  • zu kalt
  • zu groß die Überwindung
  • sehr zahlreich sind sie auch nicht
  • die Urlauber
  • die sich ins Kühle Nass wagen
  • obwohl es zugegebenermaßen schon ein wenig reizt
  • besonders am frühen Morgen
  • wie heute
  • das Wasser ist satt blau

inswasser1

  • hat 15 °
  • zu frisch
  • winkt
  • ruft nach mir
  • vergeblich
  • zu kalt für Warmduscher wie mich
  • solange laufe ich daran vorbei
  • erfreue mich des Anblicks
  • der Blick reicht mit viel Fantasie bis Dänemark
  • angenehm zum Laufen
  • vorbei an 8 Wasserhähnen
  • mit erfrischend kaltem Nass
  • stark duftende Heckenrosen säumen den Aufgang zur Düne
  • wie in jedem Jahr

inswasser2

  • der Sand ist weich
  • weiß
  • schlecht zum Laufen
  • Schuhe voller Sand
  • wann ich ins Wasser gehe ?
  • the answer, my friend, is blowin in the wind…………
  • würdet ihr bei 15 ° Wassertemperatur ?

apropos Rezept

 

  • ich wünschte mir
  • und das kann ich immer nur wiederholen
  • dass viel mehr Ärzte ihren übergewichtigten
  • und bewegungsunfreudigen Patienten
  • Rezepte verordnen würden für Bewegung
  • anstelle von Pillen
  • mit Nebenwirkungen
  • die wiederum Pillen
  • für die Nebenwirkungen erforderlich machen
  • Menschen würden sich besser fühlen
  • weniger überflüssiges Fett mit sich herumschleppen
  • es gäbe weniger Depressionen
  • weniger Alkoholkranke
  • (das Laufen wird auch hier erfolgreich mit als therapeutisches Hilfsmittel eingesetzt)
  • Ärzte sollten Rezepte verschreiben können
  • das Auto zu stehen zu lassen
  • Treppen zu steigen
  • anstelle Fahrstühle zu nutzen
  • Fahrräder neu
  • die Freude an der Bewegung wieder zu entdecken
  • sich damit selbst in einen zufriedenen Zustand zu versetzen
  • gesünder zu leben
  • sich damit besser zu fühlen
  • sich selbst einen Gefallen zu tun
  • und nebenbei die Krankenkassen
  • die derzeit ohnehin im Überfluss leben
  • weiterhin kräftig zu entlasten
  • um dann irgendwann
  • die Beiträge zu senken zu können
  • Vision
  • theoretisch machbar
  • praktisch
  • hege ich massive Zweifel
  • dazu empfehle ich als passende Lektüre
  • das aus meiner Sicht hervorragende Buch von Jörg Blech: BEWEGUNG
  • “ Die Kraft die Krankheiten besiegt und das Leben verlängert „
  • im Falle einer erfolgreichen Realisierung
  • an die ich auch mit viel Fantasie nicht glauben kann
  • wäre ich mit Leib und Seele dabei
  • interessierten Aspiranten
  • Menschen
  • die grundlegend ihr Leben verändern möchten
  • hilfreich unter die Arme zu greifen
  • apropos
  • ich war gerade laufen
  • ein Mix aus Sonne und Wolken

aproposrezept1

  • dazu Leichtigkeit pur
  • wie ich sie derzeit verspüre
  • und nicht mehr daran geglaubt hatte
  • je wieder dieses Fitness-Niveau zu erreichen
  • ich bin ein Jahr älter geworden
  • aber wieder ganz die Alte
  • allen Widrigkeiten zum Trotz
  • ein schönes Gefühl
  • wieder dort zu sein
  • wo ich einmal war
  • Bewegung
  • sag‘ ich doch

einfach so Flow

  • Endorphine
  • Flow
  • Gute Laune

und welche Worte auch noch dafür herhalten, die dieses Gefühl beschreiben, das Läufer immer wieder erleben können/dürfen.

Nachdem es gestern geschüttet hatte, laufe ich heute wieder bei strahlendem Sonnenschein erneut bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, seewetter5fühle dennoch diese geliebte Leichtigkeit, Flow,  gute Laune, Glücksgefühle, die man kaum in Worte fassen kann.

Ohne Anstrengung finde ich meinen Weg, der Atem ist ruhig, der Kopf ist frei, die Füße laufen von alleine, du denkst an nichts und lässt es einfach mit Freude über dich ergehen.

Alle, die das erleben dürfen, wissen, wovon ich spreche, allen die es noch nicht erlebt haben, kann ich nur den  Rat geben, lauft, lauft weiter, auch wenn die Anfänge manchmal nicht einfach sind und viele mit dem inneren Schweinehund tagaus, tagein zu kämpfen haben.

Aber tröstet Euch, irgendwann kommt die Zeit, da ist keine Rede mehr davon, er ist verschwunden, irgendwo auf einen anderen Planeten und versucht dort, anderen das Leben schwer zu machen.

  • Heute ist wieder so ein Tag
  • rund
  • komplett rund
  • trotz der Schwüle und Laufen unter stechender Sonne
  • ich liebe sie
  • die Leichtigkeit
  • den Flow
  • die guten Gefühle
  • die uns fast umsonst geliefert werden
  • einzigartig
  • schön
  • tut gut
  • Lebensfreude zum Nulltarif
  • YES
  • umso mehr
  • als uns täglich eine Horrornachricht nach der anderen erreicht

 

endlich

  • Wäre ich ein Mensch
  • der nicht gerne im Regen unterwegs ist
  • würde ich zu Hause bleiben
  • nachdem es eine gefühlte Ewigkeit keinen Tropfen Regen im Norden gab
  • am 16. Mai das letzte Mal bis auf ein paar Tropfen einmal nachts
  • im übrigen Land hingegen Überschwemmungen und Regen ohne Ende
  • ist die Freude umso größer
  • endlich
  • aufatmen
  • für Natur und Mensch
  • das war gestern
  • das Wetter wechselte von Stunde zu Stunde
  • schwarze Wolken
  • ergiebige Regengüsse der milden Art
  • du läufst bei Sonne los
  • es ist schwül
  • pechschwarze Wolken kündigen den nächsten Guss an

  • es regnet in Strömen
  • und ich mittendrin
  • Pfützen werden nicht mehr gemieden
  • patschnass von Kopf bis Fuß
  • die Schuhe quietschen
  • die Seele mit
  • meine Lippen schmecken nach Salz
  • die Dauerwelle ist hin
  • zu Hause angekommen
  • Tür auf
  • Tür zu
  • Schuhe, Strümpfe, Klamotten auf der Stelle fallen lassen
  • duschen
  • toll 
  • endlich Regen !
  • Heute wieder drückende Schwüle
  • die Mücken piesacken mich trotz aufgetragenen Schutzes
  • im Wald schwirren sie wild um mich herum
  • jetzt bloß nicht stehen bleiben
  • heute läuft der Schweiß in Strömen
  • bin wieder klitschnass
  • diesmal nicht vom Regen
  • solange ich hier wohne
  • hatten wir noch nie einen solchen warmen und schwülen Juni hier an der Ostsee
  • während andere Bundesländer den Regen/die Unwetter gepachtet haben
  • Zeichen des Klimawandels ?

uns Läufern geht es gut

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual, auch hinsichtlich der Auswahl der Laufklamotten, der Markt ist überfüllt, ein Produkt angeblich noch besser als das andere; anfangs schwer, das Richtige zu finden.

Aber auch auf diesem Gebiet schleicht sich Routine ein, mit der Zeit hat man ein Händchen für DAS Material, das am besten zu einem passt, lernt ebenso hier aus Fehlern, gelegentliche Fehlkäufe inklusive !

Meine ersten zaghaften Laufschritte begann ich mit alten, ausgelatschten Tennis-Schuhen, für den roten Platz genau das Richtige, zum Laufen eher nicht geeignet, aber das sollte ich nach mehrmaligem Test ganz schnell am eigenen Körper spüren.

Laufschuhe her ! Keine Chance auf große Auswahl, hier musste das genommen werden, was der Markt anbot. Damen-Laufschuhe ? Fehlanzeige, Laufschuhe gab es nur für Männer, die Anzahl der Frauen in der Lauf-Szene zu dieser Zeit war entschieden geringer als die der männlichen Lauf-Anhänger, bei Wettkämpfen stets weit unter 10 %.

Mein erstes Modell: ein Puma-Laufschuh, ich war stolz wie ein Indianer und fühlte mich jetzt erst als richtige Läuferin. Herren-Größe, viel zu breit für meinen Fuß, aber endlich ein Laufschuh !

Was zog man damals an ? Dicke Trainingshose im Winter mit weiten Hosen-Beinen im Schlabber-Look, dazu die passende Jacke, bunt sortiert, darunter reine Baumwoll-Shirts, die bei manchem nach jeder Trainings-Einheit Spuren der Sportlichkeit in Form von übel riechenden Schweiße im trauten Heime und/oder auch auf der Piste hinterließen.

Bei Regen: eine Regenjacke aus Nylon, in der sich nach einigen Kilometern Sauna-Temperaturen einstellten. Zu Hause angekommen außen triefnass, innen noch nasser.

Im Sommer kurze Nylon-Hosen (immerhin !!) mit passendem Oberteil in “ hoch modischen Farben „. Damen-Teile ? Fehlanzeige ! So blieb mir nichts anderes übrig, als mich mit Herren-Lauf-Klamotten auszurüsten, die selbst in Größe S sackartig wirkten und bei Hitze wie Leim an meinem Körper klebten. Die Arm-Ausschnitte bei den “ Singlets „, wie sie heute neudeutsch genannt werden, fielen so riesig aus, dass ich sie mir links und rechts mit Sicherheitsnadeln zubinden musste, um einen leicht zugänglichen Einblick in mein “ Innenleben “ Außenstehenden zu verwehren.

Lauf-Unterwäsche: Fehlanzeige, Lauf-Socken ? Fehlanzeige. Lauf-Literatur ? Ja, Dr. van Aaken, Manfred Steffny, Lydiard, Laufzeitung: Spiridon (natürlich abonniert !). Weitere Accessoires, wie Gürtel, Trinkflaschen, Stirnlampen – Fehlanzeige. Laufuhren – Fehlanzeige, Laufstrecken galt es, im Vorfeld mit dem Fahrrad abzufahren, um genaue Kenntnis darüber zu erhalten, wie viele Kilometer man dann auf diesen Strecken laufend in den Beinen hatte.

Dann MEINE ERSTE LAUFUHR, in den 90-er Jahren, längst nicht so perfekt und vielseitig wie die heutigen, die schon damals mit über 500,- DM zu Buche schlug, teuer, polaraber ich musste sie haben, um endlich die Zeit, die gelaufenen Kilometer und den Puls ablesen zu können.

Nach und nach auch mein erstes richtiges Damen-Outfit – Nylon – ich liebte es  – leider hatte ich es beim Berliner-Marathon 1990 in den Umkleidezelten liegen gelassen !

Mit der ansteigenden Läufer-Schar und dem technischen Fortschritt tat sich dann für uns glücklicherweise ein neuer, vielfältiger Markt auf.

Nach und nach gibt es Schuhe für Damen, Kleidung speziell auf Frauen zugeschnitten, Puls-Uhren, GPS, alles, was ein Läufer-Herz begehrt.

Heute ist das Angebot so breit gefächert, es gibt alles, was ein Läufer haben möchte, in Hülle und Fülle und erleichtert es uns, unserem Lieblingssport zu allen Jahreszeiten bei Wind und Wetter, Eis und Sturm zu frönen, ohne gesundheitliche Folgen wegen unzureichender Ausrüstung befürchten zu müssen. Dank GPS bleibt es uns auch erspart, sich auf fremdem Terrain zu verlaufen, was mir in der Vergangenheit – nicht nur einmal – passiert ist.

Leider gibt es keine Fotos von dieser Läufer unfreundlichen Kleidung, da es damals nicht möglich war, sich immer und überall zu fotografieren, Smartphones mit sich zu führen, Selfies und andere Bilder sofort an soziale Netzwerke und/oder Familie zu posten.

Noch heute habe ich das Bild eines Mitläufers in bester Erinnerung, der beim Marathon in München nicht nur mit seinem Eigengewicht, sondern auch mit dem des tropfnassen Baumwollshirts, das zu einem Zirkuszelt mutierte,  zu kämpfen hatte.

  • Wie sagte meine Großmutter:
  • “ Früher war alles anders……………“
  • aber beileibe nicht besser !
  • Uns Läufern geht es gut
  • sag‘ ich doch !

Schweinerei

am frühen Morgen:

nein, es ist nicht die erste, und es wird auch nicht die letzte Begegnung mit einer grunzenden Wildsau sein, aber muss sie denn immer mir  über den Weg laufen, die ich nichts ahnend und voller guter Gedanken im Kopf meine morgendlichen Bahnen ziehe ?

Nicht genug, dass man ihnen in ihrem heimischen Revier, dem Wald, begegnen kann, nein, sie sind schon kess genug, ihr Revier am helllichten Tage auch auf die Promenade (Hallo ?) hemmungslos auszuweiten.

So laufe ich unbekümmert, einsam, leichtfüßig und wohl auch zu leise für große Wildschweinohren  die Promenade entlang, plötzlich und völlig unerwartet treffen sich unsere erschrockenen Blicke – oh nein- bitte nicht hier auch noch ! Sie grunzt Unverständliches vor sich hin, Schrecken auf beiden Seiten gleichermaßen, alles geht rasend schnell, sie wendet, verschwindet  grunzend im Dickicht. “ Wildschweine tun Menschen nichts „, sagen die Experten. Dass diese These widerlegt werden kann, dafür sprechen Fakten, als im letzten Jahr eine Urlauberin direkt am Wasser von einer Sau angegriffen, die  dann vom herbei gerufenen Jäger erschossen wurde (um aufmerksamen Lesern keinen Stoff zu bieten: natürlich traf des Jägers Kugel die Sau – und nicht die Frau !).

  • Was mache ich im Falle eines Falles ?
  • Wie könnte ich mich wehren gegen Angriffe einer Sau ?
  • Treffe ich sie morgen wieder ?

Es dauert eine Weile, bis ich diesen morgendlichen Schock verdrängen kann, warne vorsichtshalber eine ältere Dame, die mir entgegen kommt, laufe zur Entspannung hinaus auf die Seebrücke, wohin sich sicherlich niemals eine Wildsau verirren kann und genieße den Augenblick . Bei sommerlichen Temperaturen hinaus aufs Meer zu laufen, das höchste der Gefühle. Leider wird meinem Antrag, diese Brücke bis mindestens nach Dänemark auszuweiten, bis heute nicht stattgegeben.

Der Schreck bleibt in den Knochen, wildsau3die Freude am Laufen jedoch nimmt mir keine Wildsau, hinauf auf die Dünen Wildsau1durch den tiefen, schneeweißen, sehr feinen Sand, ein Blick aufs blaue Meer, blauer Himmel, frischer, kühlender Wind bläst mir aus Ost um die Ohren, Traumwetter, Laufwetter !

  • La vita è bella
  • Life is good
  • La vie est belle
  • sag‘ ich doch

Liebe Wildsau, bleib‘ wo du bist, damit ist uns beiden in Zukunft geholfen !

zu spät

  • ist es in diesen Tagen
  • es juckt
  • es brennt auf der Haut
  • wenn man sich nicht schützt
  • der Sommer läuft hier seit Wochen auf Hochtouren
  • die Sonne brennt
  • knallrot gefärbte Gesichter
  • und nicht nur das
  • mit heftigen Sonnenbränden auf allen Körperteilen
  • verharren unvernünftige Urlauber in praller Sonne
  • solange
  • bis gar nichts mehr geht
  • unterschätzen die Kraft der Sonne
  • nicht nur die Sonne
  • auch die lästigen Mücken-Stiche sind hier im Preis inbegriffen
  • da hilft nur eins:
  • rechtzeitig schützen
  • so I do
  • sommerliche Routine vor dem Start:
  • Sonnenschutz auf allezuspät1 exponierten Körperteile
  • darüber eine glänzende Schicht garantiert wirkenden Mittels gegen lästige Mücken
  • mich mögen sie besonders gern
  • warum nur ?
  • schützt
  • zumindest zeitweilig
  • gegen Sonnenbrand
  • gegen lästige Stiche
  • es sei denn
  • ein Viech verirrt sich dennoch dorthin
  • wo es nichts zu suchen hat
  • Sommer halt !
  • und ihr ?